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„Hinsehen, Aufklären, Handeln“ bei sexuellem Missbrauch im Sport

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Sexualisierte Gewalt wird oft verdrängt“, sagte Björn Jansen, erster Vorsitzender des Stadtsportbundes (SSB) und stimmte so auf die Informationsveranstaltung „Prävention von sexuellem Missbrauch im Sportverein“ ein.

Rund 65 Vereine hatten sich angemeldet, um im Foyer der Nadelfabrik am Reichsweg mehr über den Umgang mit sexueller Gewalt zu erfahren. Denn die trifft eben nicht nur immer die anderen, hatte Jansen zuvor gemeint.

„Hinsehen, Aufklären, Handeln“: Unter diesem Motto stand der Abend, bei dem fünf Experten von Polizei, Jugendamt, Kinderschutzbund, Landessportbund und Fachstelle gegen sexuelle Gewalt verschiedene Aspekte des Themas beleuchteten.

Das Jugendamt ist laut Horst Hütten inzwischen per Gesetz verpflichtet, mit Vereinen und Verbänden Vereinbarungen zum Schutz gegen sexuellen Missbrauch zu treffen. Er wolle ihnen die Angst nehmen, sagte Hütten und referierte zum Thema „Erweitertes Führungszeugnis“ als Maßnahme, um einschlägig vorbestrafte Personen von der Vereinsarbeit auszuschließen.

„Sexuelle Gewalt beginnt oft schleichend“, meint Angelika Degen von der Fachstelle gegen sexuelle Gewalt an jungen Menschen und zeigte auf, wie man bei einem ersten Verdacht handeln kann. Den Betroffenen ist kein Dienst erwiesen, wenn man sie gegen ihren Willen zu einer Anzeige drängt, meinen die Experten. Denn die könne später nicht mehr zurückgenommen werden. Andererseits schützt Schweigen die Falschen, so Petra Lazik als Referentin des Landessportbundes. Der biete Präventionsmaßnahmen, liefere Handlungsanleitungen und halte Info-Materialien bereit.

Insgesamt war es ein intensiver Abend, der das Thema sexuelle Gewalt in vielschichtiger Art und Weise beleuchtete. Björn Jansen ist überzeugt, dass er ein wichtiger Beitrag war, um bei sexueller Gewalt die richtigen Schritte einzuleiten. Das enge Verhältnis zwischen Betreuern und Jugendlichen führe vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle dazu, dass die Jugendlichen von sexuellem Missbrauch erzählen. Dann müssten die Betreuer gerüstet sein, um die richtigen Schritte einzuleiten.

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