Hilferufe über der brennenden Pizzeria Veneto

Von: Heiner Hautermanns
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Diese Pizzeria ist in der Nach
Diese Pizzeria ist in der Nacht zum Dienstag völlig ausgebrannt. Die Kripo untersucht, wie es dazu kommen konnte. Foto: Harald Krömer

Aachen. Dramatische Szenen in der Stolberger Straße: Um 2.41 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brand in einem Restaurant im Haus Nummer 70 gerufen. Als sie dort eintraf, machten sich in den drei Geschossen über der Pizzeria Veneto Menschen bemerkbar und riefen um Hilfe.

Drei Erwachsene wurden mit Fluchthauben, die sie vor dem starken Rauch schützten, gerettet, sieben weitere, darunter auch drei Kinder, konnten sich selbstständig retten. Wahrscheinlich hat die Tatsache, dass die Feuerwehr sehr schnell zur Stelle war, Schlimmeres verhindert. Immerhin brauchte die von der Leitstelle eingesetzten beiden Löschzüge nur um die Ecke zu fahren.

Dennoch ist die Pizzeria vollständig ausgebrannt. Insgesamt 44 Rettungskräfte, darunter zwei Notärzte und sechs Sanitäter, wurden an den Ort des Geschehens beordert. Die Flammen wurden von zwei Trupps unter Atemschutz gelöscht. Ein weiterer Trupp sorgte sich um die Belüftung des Treppenhauses. Nach ersten Erkenntnissen ist das Feuer im Bürotrakt ausgebrochen. Es war so stark, dass auch die Decke zum ersten Obergeschoss stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Alle Bewohner wurden von den Notärzten untersucht, in keinem Fall war ein Transport in ein Krankenhaus erforderlich.

Da das Haus nicht mehr bewohnbar war, musste die Wehr die Bewohner in andere Unterkünfte vermitteln, und das gestaltete sich schwierig. Die Beamten wählten sich die Finger wund, um Hotelzimmer zu bekommen, konnten in sieben vergleichsweise günstigen Beherbergungsstätten aber nur ein einziges Zimmer auftreiben, das für ein Paar mit Hund reserviert wurde. Lagedienstleiter Hans-Georg Schümmer: „Normalerweise bekommen wir immer Zimmer.” Entweder sei in den Hotels niemand ans Telefon gegangen oder sei waren belegt. Nach übereinstimmender Auskunft mehrerer Hoteliers sind Aachens Betten zurzeit wegen einiger Kongresse gut ausgelastet.

Zwei weitere Familien wurden in städtischen Übergangswohnheimen an der Robert-Koch-Straße und der Weißwasserstraße untergebracht. Blieben aber immer noch zwei Familien, die die Wehrmänner mit zur Hauptwache an der Stolberger Straße nahmen. Darunter eine Familie mit zwei Kleinkindern und einem vier Wochen alten Säugling. Für Mutter und das Baby wurde ein Ruheraum umfunktioniert, die anderen einige Stunden in den Aufenthaltsraum vor den Fernseher gesetzt, bis sie gegen 6.30 Uhr von Mitarbeitern des Sozialamts übernommen wurden.

Evelin Wölk vom Presseamt am Nachmittag: „Alle konnten inzwischen in ihre Wohnungen zurückkehren oder sind privat untergekommen.” Den Sachschaden schätzt die Wehr auf rund 100.000 Euro. Für die Dauer der Löscharbeiten wurde die Stolberger Straße zwischen Hohenzollernplatz und Breslauer Straße durch die Polizei gesperrt.
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