Aachen - Hilfe und ein Zuhause auf Zeit

Hilfe und ein Zuhause auf Zeit

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
Zum Zehnjährigen von Wabe-Aka
Zum Zehnjährigen von Wabe-Akazia gratulierte auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt. (rechts). Links Leiterin Esther Flemming, in der Mitte Dr. Ulrich Hagenah. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Wenn junge Mädchen schwere psychische Erkrankungen haben, kommen sie oft in stationäre Behandlung. Danach fällt ihnen der Schritt zurück in den Alltag nicht leicht. Bei Wabe-Akazia wird den Mädchen ein Zuhause geboten.

Und das seit bereits zehn Jahren. Bei Wabe-Akazia werden 25 Mädchen „in den Bereichen Freizeit, Gruppe, Wohnen, Schule und Beruf” gefördert. Zudem haben sie in vier Wohngruppen „ein Zuhause auf Zeit”.

Insgesamt waren bisher 100 Mädchen in der Einrichtung. Bei der Arbeit müsse man stets den Spagat zwischen pädagogischer und therapeutischer Arbeit schaffen, erklärte Leiterin Esther Flemming. „Unser Schwerpunkt liegt dabei auf der Pädagogik”, sagte Flemming. Dabei komme es auf „Geduld, Zuschauen, Ausprobieren, Loslassen und Vertrauen” an.

Kooperationspartner für die medizinische Seite ist Dr. Ulrich Hagenah, Leitender Oberarzt der Kinder- und Jugend-Psychiatrie der Uniklinik. „Nach einer längeren stationären Behandlung wieder in das normale Leben zurückzufinden, ist schwierig”, sagt Hagenah. Die Kooperation bewirke, dass die Mädchen wieder leichter zurück in ihre sozialen Gruppen finden, dass Krankenhausaufhalte verkürzt und Rückfälle vermieden werden können. Zudem helfe man den Eltern, deren Belastung „extrem groß” sei, sagte Hagenah.

Katja Illigens kümmert sich für Wabe-Akazia um die Kommunikation mit den Familien. „Die Entscheidung, ihr Kind in eine Wohngruppe zu geben, fällt vielen Eltern nicht leicht”, sagte Illigens. Die Angehörigen fragen sich, ob sie etwas falsch gemacht haben und fühlen sich machtlos.

Zur Frage, wie sich das Projekt ausrichten soll, wurden auch die Bewohner gefragt. Es stellte sich die Frage, ob man „Nachsorge zur Krankenhausbehandlung” betreibe oder den Mädchen ein „Zuhause” bieten solle. Der Wunsch der Bewohnerinnen lautete dabei, dass ihre Zeit in der Wohngruppe „keine Verlängerung des Krankenhausaufenthalts unter anderen Voraussetzungen” sein sollte. Sie wünschten sich, dass sie dort ein Zuhause finden. „Die Bewohnerinnen haben die Sehnsucht, ein normaler Mensch zu werden. Eine junge Frau, die einen guten Beruf hat, die sich amüsiert, die Autofahren und sich in der Welt bewegen kann”, sagte Flemming.
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