Aachen - Hilfe für die Alemannia nur unter Auflagen

Hilfe für die Alemannia nur unter Auflagen

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Alles deutet darauf hin, dass die Stadt eine millionenschwere Ausfallbürgschaft für den finanziell angeschlagenen Fußballzweitligisten Alemannia Aachen übernimmt.

Den entsprechenden Beschluss wollen CDU und Grüne sowie tendenziell auch SPD, Linke und Teile der FDP am Mittwoch in nichtöffentlicher Ratssitzung fassen. Abhängig ist eine Zustimmung noch von letzten Zahlen zur wirtschaftlichen Perspektive des Proficlubs.

Nur mit einer Bürgschaft wäre Alemannia Aachen wieder kreditfähig und könnte die aktuelle Finanzlücke in Höhe von insgesamt rund 5,5 Millionen Euro schließen. Damit würde die Lizenzerteilung für die kommende Spielzeit als gesichert gelten.

Das Votum kommt in letzter Minute, denn spätestens Ende nächster Woche, am 30. April, muss Alemannia gegenüber der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Deckungszusage für das aktuelle Defizit nachweisen.

Unter enormen Zeitdruck müssen somit auch Verwaltung und Politik der Stadt die Situation der Alemannia bewerten.

Grundlage der Entscheidung im Rat sind die Gutachten zweier Wirtschaftsprüfer sowie eine erst am Montagnachmittag erstellte Verwaltungsvorlage, in der strenge Bedingungen an die Bürgschaft geknüpft werden.

So sollen unter anderem Anteile an der Stadion GmbH treuhänderisch an die Stadt übertragen werden. Alemannia Aachen muss sich verpflichten, alle Auflagen eines Sanierungskonzepts einzuhalten.

Unter anderem muss der Club sein Budget für den Spielbetrieb auf jährlich sieben Millionen Euro begrenzen, Gremien entflechten, mehr Transparenz schaffen und ein Nachwuchsleistungszentrum errichten. Zudem will sich die Stadt ein Nutzungsrecht des Stadions für öffentliche Veranstaltungen sichern.

Sportlicher Erfolg entscheidet

Wie berichtet, hat sich die Alemannia beim Stadionbau um mehr als drei Millionen Euro verkalkuliert. Weitere 2,5 Millionen fehlen für Nebenanlagen.

Würde die Stadt nicht unterstützend eingreifen, gingen ihr im Falle einer Alemannia-Insolvenz langfristig zweistellige Millionenbeträge aus Pachtverträgen und anderen Zahlungen verloren, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Gleichwohl tun sich alle Beteiligten schwer mit einer Hilfszusage, denn nicht zuletzt vom sportlichen Erfolg der Profis hängt es ab, ob das Sanierungskonzept greift. Wenn nicht, wäre die Bürgschaft fällig, und die hochverschuldete Stadt müsste am Ende doch zahlen.
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