Aachen - Hilfe aus Aachen für Moldawien

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Hilfe aus Aachen für Moldawien

Von: Lee Beck
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Der ehemalige Kriminalbeamte Rolf Schumacher hat den Verein „Moldovahha“ gegründet, der in der veramten Republik Moldau die Hilfe zur Selbsthilfe leisten soll. Neue Mitglieder und Spenden sind willkommen. Foto: Harald Krömer
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So sieht die Arbeit der Evangelischen Moldowa-Hilfe Berlin vor Ort in Costangalia aus. Hier engagiert sich auch der Aachener Verein „Moldovahha“. Foto: Harald Kroemer

Aachen. Leidenschaft war der Initiator. Der Wille, etwas Gutes zu tun, brachte den Durchbruch. Denn der ehemalige Kriminalbeamte Rolf Schumacher reist für sein Leben gern in die Länder der ehemaligen Sowjetunion, im vergangenen Jahr entschied er sich dazu, einen Verein zu gründen, der dort die Hilfe zur Selbsthilfe leistet.

„Moldovahha“ nennt sich der Verein, Moldov für die Republik Moldau und Ahha als altgermanischer Name für Aachen. Denn Schumachers Blick fiel vor allem auf die Republik Moldau, auch Moldawien genannt. „Dort ist die Armut am größten“, sagt er. Zusammen mit dem Ehepaar Dirk und Kristina Seef übernahm der 63-Jährige den Vorsitz des Vereins.

Der durchschnittliche Verdienst eines Lehrers in Moldawien liegt etwa bei 150 Euro, während sich die Lebenshaltungskosten in unserem Bereich befinden. „Bevor die Sowjetunion 1991 auseinanderbrach, war Moldawien sozusagen die Agrarkammer der Union“, fügt Schumacher hinzu. Zu der Zeit konnte entsprechend viel exportiert werden, doch nach der Unabhängigkeit brach in dem Staat mit fast vier Millionen Einwohnern ohne jegliche Industrie die Armut aus, als viele Menschen im arbeitsfähigen Alter emigrierten. „Zurück blieben also viele Kinder und alte Menschen“, erläutert Schumacher weiter. Die unbefestigten Straßen und feuchte Hütten zeigen, dass die Entwicklung des Landes noch etwa 100 Jahre zurückliegt. Die meisten Menschen leben von den Erträgen des eigenen Gartens.

So ganz genau wusste Rolf Schumacher nicht, wie er in diesem Land mit seinem neuem Verein am besten Fuß fassen sollte. Deswegen habe er sich zu einer Kooperation mit der Evangelischen Moldowa-Hilfe Berlin entschlossen, weil die Grundsätze des Vereins sehr mit denen von Moldowahha übereinstimmen. „Anfang des Jahres fuhren wir zusammen nach Costangalia, wo der Verein aus Berlin einen ehemaligen Kindergarten in ein Sozialzentrum umwandelt“, so Schumacher.

Dort, rund 150 Kilometer von der Hauptstadt Chisinau, gibt es neben einer Verköstigungen von alten Menschen, auch das Angebot, dass sie dort ihre Wäsche waschen können. „Wir wollen aber auch die Kommunikation der Menschen fördern“, fügt Schumacher hinzu. Außerdem wird eine Hausaufgabenbetreuung nach der Schule angeboten und eine Jugendgruppe ist in Vorbereitung. Darüber hinaus sollen auch Koch- und Musikkurse angeboten werden. „Es ist dort so langweilig, man kann dort eigentlich nichts machen“, sagt der Vorsitzende von Moldowahha. Deswegen, so erklärt er, gebe es auch ein großes Alkoholproblem und instabile häusliche Verhältnisse.

Ferienlager für Jugendliche

Ziel ist es, das Moldowahha ein jährliches Ferienlager für die Jugendgruppe finanziert, damit die Jugendlichen auch einen Anreiz haben sich zu beteiligen. „Das ist nämlich so gedacht, dass sie den alten Menschen etwa bei der Wäsche helfen, oder kleinere Reparaturen erledigten“, fügt Schumacher hinzu.

Außerdem möchte der Verein in Enichioi, einem Dorf, das etwa 15 Kilometer von Costangalia entfernt liegt, der örtlichen Schule dabei helfen, den Inklusionsraum, wo behinderte Schüler ihren Förderunterricht erhalten, zu sanieren. „Das soll dann so ablaufen, dass wir das Material und die Schule das Personal für die Renovierung stellt“, erklärt Schumacher. Dies sind die zwei wichtigsten Projekte, die Moldowavahha in nächster Zeit anstreben. „Langfristig möchten wir den Menschen wirklich die Energie vermitteln, die Dinge selbst anzupacken“, sagt er zum Abschluss.

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