Hilfe aus Aachen auf dem Weg nach Syrien

Von: Martina Stöhr
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Die Organisatoren des Hilfstransports für Syrien haben Medikamente im wert von 23 000 Euro zusammengesammelt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Es gibt Menschen in Aachen, die sich große Sorgen machen um ihre Brüder und ihre Familien.“ Mit diesen Worten macht Bürgermeisterin Hilde Scheidt aufmerksam auf den Bürgerkrieg in Syrien und seine Folgen.

Unmittelbar davon betroffen ist der Aachener Arzt Ali Aljalloud. Er hat seinen Bruder im Krieg verloren und wollte nicht untätig bleiben. Gemeinsam mit einer Gruppe von jungen Syrern und Mitstreitern unterschiedlicher Nationalitäten organisierte er einen Medikamententransport in sein Heimatland. Medikamente im Wert von 23.000 Euro werden jetzt mit Hilfe der Aachener Spedition Hammer erst nach Limburg und danach dann weiter nach Syrien gebracht. Ali Aljalloud wird vor Ort sein, um dafür zu sorgen, dass sie in die richtigen Hände gelangen.

Die Lage in Syrien ist schlimm, wissen er und seine Mitstreiter. Die medizinische Versorgung sei nicht mehr gewährleistet, und Unterstützung von außen ist mehr als willkommen. Die Organisatoren sind daher allen Aachenern dankbar, die mit ihren Spenden helfen wollen, die Not in Syrien zu lindern. „Das ist wichtiger als die Alemannia“, stellte Speditionschef Tim Hammer fest, der die Aktion gerne unterstützt.

Umgang mit der eigenen Trauer

Für die Syrer und ihre Helfer ist die Hilfsgruppe ein Ort geworden, an dem sie auch mit ihrer eigenen Trauer umgehen lernen. Angegliedert an die Katholische Hochschulgemeinde wollten sie alle in Aachen lebenden Syrer zusammenbringen, um die kriegerischen Auseinandersetzungen zumindest in Aachen zu überwinden. Laut Psychotherapeut Jamal Sobeh blieben die „Pro-Assad-Syrer“ der Gruppe aber fern. Die, die der Einladung gefolgt waren, wollten dem Leid in Syrien nicht weiter nur tatenlos zusehen. Sie suchten Unterstützung und sammelten Spenden, um mit Medikamenten vor Ort zu helfen. Entstanden sind dabei auch kleine Hilfspakete für die Familien mit dem notwendigsten Verbandsmaterial.

Ob die Gruppe ihre Aktion noch einmal wiederholt, steht noch nicht fest. Erst wollen die jungen Leute abwarten, wie ihr Hilfspaket in Syrien ankommt. Dankbar sind sie aber schon jetzt für die bereitwillige Unterstützung der Aachener.

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