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Hilde Scheidt führt die Reserveliste der Grünen an

Von: Amien Idries
Letzte Aktualisierung:
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Hilde Scheidt (4. von links) steht auf Platz 1 der Reserveliste für die Kommunalwahl. Bei der Wahlkonferenz wurde sie auch offiziell als Kandidatin als Oberbürgermeister-Kandidatin nominiert. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nun ist es ganz hochoffiziell. Die Aachener Grünen werden bei der Kommunalwahl mit einer eigenen OB-Kandidatin antreten. Hilde Scheidt wurde am Samstag mit 34 Stimmen vom neu gegründeten Ortsverband (OV) Aachen nominiert. Die Weichen hierfür hatte die Partei bereits im September gestellt.

Vier Mitglieder votierten beim Parteitag gegen sie. „Ich bin mit diesem Ergebnis zufrieden”, gab die frisch Nominierte zu Protokoll, „es stärkt mir den Rücken, zeigt aber auch, dass wir eine demokratische Partei sind, in der nicht zwanghaft alle auf eine Linie gebracht werden.”

Scheidt hatte zuvor die Erfolge grüner Politik in der zu Ende gehenden Legislaturperiode herausgestellt.

Zu diesen zählt sie unter anderem die Einführung der offenen Ganztagsschulen sowie die Verhinderung des Verkaufs der Gewoge. „Ohne unsere grüne Handschrift wäre diese Stadt nicht so lebenswert, wie sie derzeit ist. Darauf bin ich stolz.”

Neuer Ortsverband

Vor der Wahl Scheidts galt es jedoch zunächst, den OV Aachen zu gründen. Dieses Procedere war durch die Fusionierung der Kreisverbände Aachen-Land und Aachen-Stadt zum neuen Kreisverband Aachen notwendig geworden.

Nach der Neuaufstellung, die der städteregionalen Struktur Rechnung trägt, bietet der neue OV nun den rund 290 städtischen Grünen eine politische Heimat.

Nach der problemlosen Verabschiedung der Satzung standen die Vorstandswahlen an, bei denen die beherrschenden Themen der Mitgliederversammlung erstmals auftraten: Zum einen der Ruf nach politischem Nachwuchs und zum anderen das für die Grünen stets virulente Thema der Trennung von Amt und Mandat.

Auch Helmut Ludwig, der das Amt des OV-Sprechers übernimmt, weil Thomas Griese in den neuen Kreisverband wechselt, sieht diese Probleme: „Es ist nicht so, dass ich an meinen Ämtern klebe. Allerdings sehe ich aufgrund des fehlenden Nachwuchses derzeit keine andere Möglichkeit, als dass es bei erfahrenen Grünen zu einer gewissen Ämterhäufung kommt.”

Neben Ludwig wurde Sabine Göddenhenrich zur Sprecherin gewählt, die diese Funktion schon im Kreisverband Aachen-Stadt ausgeübt hat. Neuer Kassierer ist Ludger Eickholt und zu Beisitzern wurden Hilde Scheidt sowie Jochen Luczak gewählt.

Neues und vor allem junges Gesicht im Vorstand ist Martine Kremer. Die 27-Jährige Studentin kann bereits politische Erfahrung bei den belgischen Grünen vorweisen und wurde dank ihrer erfrischenden Vorstellungsrede mit einem hervorragenden Wahlergebnis ebenfalls zur Beisitzerin gewählt.

Nach ihrer Inthronisierung als OB-Kandidatin konnte Hilde Scheidt auch bei den Wahlen zur Reserveliste für den Stadtrat ein gutes Ergebnis erzielen und wird die Grünen vom ersten Listenplatz in den Wahlkampf führen. Nachdem Monika Kuck bereits im Vorfeld ihren Rückzug aus dem Rat verkündet hatte, kandidierte auch Ratsfrau Christiane Rennert nicht mehr für einen der aussichtsreichen Listenplätze. Diese werden nun von einer Mischung aus erfahrenen Ratsmitgliedern und frischen Gesichtern eingenommen (siehe Infokasten).

Das beste Ergebnis erzielte Aida Beslagic, die 1992 als Kriegsflüchtling aus Bosnien-Herzegovina nach Aachen kam und sich seitdem in den Bereichen Migration und Kultur engagiert.

Überraschende Kandidatur

Für eine Überraschung sorgte Jonas Paul, der Sohn von Ratsfrau Elisabeth Paul, die auch bei der kommenden Wahl das Direktmandat im Frankenberger Viertel erringen will.

Ursprünglich beabsichtigte der 29-Jährige, sich für einen der hinteren Listenplätze zu bewerben. „Durch die Forderungen nach mehr jungen Leuten habe ich mich aber dann animiert gefühlt, für Listenplatz acht zu kandidieren.”

Mit seiner Bewerbungsrede, bei der er den thematischen Schwerpunkt auf den Kampf gegen rechtes Gedankengut setzte, konnte er die Mitglieder überzeugen und setzte sich in zwei Wahlgängen gegen erfahrenere Mitbewerber durch.

Mit Blick auf seine Mutter sprach der Student schließlich augenzwinkernd von dem Beginn einer grünen Familiendynastie, bei der er allerdings mit der Tradition des Strickens brechen müsse.

Alles in allem fühlen sich die Aachener Grünen für den Wahlkampf gut gerüstet. Dies unabhängig davon, wann er denn nun stattfindet.

„Die Klage gegen den von der Landesregierung vorgezogenen Wahltermin wird am 18. Februar entschieden, und wir sind guter Hoffnung, dass das Gericht unserer Argumentation folgt”, so Spitzenkandidatin Hilde Scheidt, „aber auch wenn wirklich im Juni gewählt werden sollte, sind wir gut aufgestellt.”
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