Aachen - Hier kicken die Mädchen mittendrin

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Hier kicken die Mädchen mittendrin

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Neue Bälle gibt‘s natürlich auch: Schülerinnen der Fußball-AG an der Gemeinschaftsgrundschule Driescher Hof sind mit Begeisterung bei der Sache. Sie nehmen nun auch am Projekt „Mädchen mittendrin“ teil. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Mädchen mittendrin – Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball“ hat zwei neue Partner. Neben den Grundschulen Barba­rastraße, Mataréstraße, Düppelstraße und Passstraße sind jetzt auch die Grundschulen Driescher Hof und Bildchen mit im Boot.

„Dieses Fußball-Projekt verbindet Kinder und Jugendliche aus allen Schichten mit und ohne Migrationshintergrund“, erklärte Sylvia Wilbring, die Leiterin der Offenen Ganztagsschule der KGS Bildchen. So richtet sich dieses Projekt speziell an Mädchen mit Migrationshintergrund und Mädchen aus sozial schwächeren Familien.

Worum geht es bei dem Projekt „Mädchen mittendrin“? Mädchen, gerade mit Migrationshintergrund, sollen Fußball spielen. Wie Studien belegen, wird Fußball auch bei Mädchen immer beliebter. Also werden Mädchenfußball AGs an Grundschulen angeboten, um den Mädchen den idealen Einstieg in den Mädchenfußball zu bieten. „In ihrem unmittelbaren Sozialraum und einer ihnen sehr vertrauten Gruppe können Mädchen dem runden Leder nachjagen und bekommen die Taktik und Technik dieses Sport vermittelt“, erklärte Katharina Althoff, Landeskoordinatorin des Projektes „Mädchen mittendrin“.

Daneben werden 14- bis 17-jährige Schülerinnen in dreitägigen Kursen zu Fußballassistentinnen ausgebildet, um bei der Betreuung und Anleitung zu helfen. „Neben der Vermittlung des Sportspiels geht es dabei vor allem um pädagogische Themen, aber auch um rechtliche Fragen und Erste Hilfe“, erklärte Katharina Althoff.

Ein weiterer Baustein des Projekts sind die Mädchenfußballturniere. Sie bieten den Anreiz, die erworbene Taktik und Technik in die Praxis umzusetzen. Organisiert und betreut werden diese Wettkämpfe von den ausgebildeten jugendlichen Fußballassistentinnen. Schließlich können die Mädchen in einem Mädchen-Fußball-Camp ihre Fähigkeiten festigen, lernen andere Mädchen kennen und werden selbstständiger.

„Wir beobachten, wie Mädchen viel selbstsicherer werden. Wie sie sich trauen, gemeinsam mit Jungen Fußball zu spielen. So verändert sich das soziale Miteinander zwischen Jungen und Mädchen. Das wirkt sich positiv auf alle Bildungsbereiche aus“, erklärte OGS-Leiterin Sylvia Wilbring. Auch wenn es in ihrer OGS und in den Mädchen-Fußball-Angeboten nicht an Teilnehmern mangele, so fehle es oftmals an den passenden Turnschuhen. „Manche Kinder haben keine Turnschuhe. Barfuß können sie aber nicht auf dem Feld kicken“, bedauerte Wilbring.

Bürgermeisterin Hilde Scheidt freute sich über die neuen Partner des Projekts „Mädchen mittendrin“ und wies aber mit Sorge darauf hin, dass die Projektfinanzierung des Landes 2014 auslaufe. „Alleine, als Stadt, können wir dieses wichtige Projekt nicht stemmen“, sagte Hilde Scheidt und erklärte: „Falls Düsseldorf die Zuschüsse streicht, sollten wir in die Landeshauptstadt ins Ministerium fahren und dort Fußball spielen.“ Dann wären die Mädchen auf jeden Fall mittendrin.

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