Aachen - Heute kommen die Umzugswagen

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Heute kommen die Umzugswagen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Nach acht Containerjahren wieder ein anständiges Dach über dem Kopf: Darüber freuen sich Hauptkommissar Knut Paul, Polizeikommissar René Mohr und Kollege Andreas Wisniewski (von links).
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So schön ist das Entrée für die Bundespolizisten im alten Hauptzollamt.

Aachen. Acht lange Jahre hauste die Aachener Bundespolizei in arg beengten Verhältnissen in Containern hinter Gleis „1“ am Hauptbahnhof. Heute nun hat das Provisorium endlich ein Ende. Um 7.30 Uhr kommen die Umzugswagen und fahren dann beladen nur wenige Meter weit in den Hof des beinahe komplett sanierten alten Hautzollamtes an der Zollamt­straße unmittelbar neben dem Hauptbahnhof.

Nur die Vorderfront ist noch eingerüstet, Sie soll bis Ende Februar dann auch fertig sein. „Das wird ein schöner Tag“, freut sich am Dienstag Polizeihauptkommissar Knut Paul mächtig. Paul kümmert sich seit 2010 um den nicht so einfachen Umbau der unter Denkmalschutz stehenden Bundesimmobilie „Altes Zollamt“ in Aachen. Kommissar Paul hat für die Inspektion Aachen/Linnich, deren Zuständigkeitsbereich von Losheimergraben im Eifelsüden bis zum Selfkant im Norden reicht, die Verantwortung für den Umbau übernommen – und ist jetzt richtig stolz.

Denn das Gebäude aus dem Jahr 1844, das damals als Hauptzollamt in Grenznähe errichtet wurde, hat es dem Bauherrn, dem BLB-Aachen (Zweigstelle des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW), sowie dem mitausführenden Ingenieurbüro Jerusalem nicht leicht gemacht. Im Gegenteil, die 160 Jahre alte Immobilie hat alles gefordert. „Zahlreiche Holztüren wurden saniert oder ersetzt, der alte Steinboden wurde ausgebessert, die Fenster aus dem Plastik der 1970er Jahre wieder entfernt. Und dort, wo altes Parkett war, ist Parkett geblieben“, beschrieb er manche Anforderungen des Denkmalschutzes.

Dessen Wünsche mussten mit den Anforderung der Polizeibehörde des Bundes in Einklang gebracht werden, auch das war nicht so einfach. Denn die Beamten kontrollieren beispielsweise Reisende in den internationalen Zügen oder den grenzüberschreitenden Individualverkehr. Und natürlich gibt es beinahe täglich Aufgriffe von Menschen, die hier in der Bundesrepublik und in der EU nicht sein sollen oder dürfen, dazu kommen gesuchte Kriminelle, die oftmals mit falschen Papieren einzureisen versuchen.

Zellen aus bloßem Stein

Für diese Klientel mussten polizeitypische Einrichtungen wie Zellen oder abschließbare Aufenthaltsräume für Aufgegriffene gebaut werden. Dabei geht es zum Beispiel um Menschen, die entweder wieder abgeschoben oder deren Asylantrage zunächst geprüft werden. Sie werden auf Holzbänken einquartiert, wenig bequem, aber nicht zu vermeiden. Kriminelle oder etwa randalierende Fußballfans haben es da mit härterem Untergrund zu tun, ihre Zellen sind aus bloßem Stein.

Für die erkennungsdienstlichen Anforderungen ist in dem klassizistischen Bau mit seinen wunderbaren Säulenaufgängen hochmoderne Technik eingezogen. Paul legt seine Hand auf den grünen Scanner, eingelassen in die Tischplatte: „Die Abdrücke erscheinen auf dem Monitor und können sofort überprüft werden“, klärt der Hauptkommissar auf. Überhaupt strotzt das historische Gebäude, dessen Umbau knapp sieben Millionen Euro kostet, vor Hightech. Unterm Dach sorgt eine riesige Klimaanlage ebenso für die Belüftung der Zellen wie für die der Umkleideräume. Keine Sorge aber: In den meisten Büros, wo Anzeigen geschrieben oder Fälle bearbeitet werden, dürfen die Fenster wie vor 100 Jahren aufgemacht werden.

Das Entrée der Behörde mit seinem Säulenaufgang ist klassisch schön und soll bald mit zeitgenössischer Kunst ausgestattet werden. Wenn im Frühjahr 2014 auch die Linnicher Inspektion mit Behördenchef Polizeirat Martin Hartmann einzieht, haben 120 Beamte und Angestellte eine neue Heimat – und ab Mittwoch die neue Telefonnummer 0241/56837-0.

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