Herzkrankes Kind: Training für die Eltern

Von: Martina Stöhr
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Höchst willkommene Spende: Michael Engels von der DAK (links) überreicht den Scheck an Hermine Nock vom Bundesverband. Rechts Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die DAK fördert auch in diesem Jahr wieder mit 21.000 Euro die Elterncoaching-Kurse des Bundesverbands „Herzkranke Kinder“ in Aachen. Laut Hermine Nock vom Bundesverband können damit drei Kurse organisiert werden.

Und die seien wichtig, um den Eltern in der schweren Zeit der Erkrankung ihrer Kinder zu helfen. „Wir geben den Eltern das Handwerkszeug an die Hand, damit sie lernen, mit der Situation umzugehen“, sagt Hermine Nock.

„Keine Spaßveranstaltung“

Eltern neigten dazu, ihre kranken Kinder zu sehr zu behüten, und die Geschwisterkinder würden unter der Situation oft ebenso leiden wie die Ehe der Eltern. „Das ist keine Spaßveranstaltung“, betont Nock mit Blick auf das Coaching. „Hier fließen oft Tränen.“ Zwei Coaches helfen den Betroffenen, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und der Situation besser gerecht zu werden.

Laut Michael Engels, Chef der DAK-Gesundheit in Aachen, sind solche Angebote sehr sinnvoll. „Für uns ist die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe mehr als nur eine gesetzliche Aufgabe“, sagt er und ergänzt: „Nach einer aktuellen Studie sehen 90 Prozent der Deutschen die Selbsthilfegruppen als sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Behandlung.“

Der Bundesverband „Herzkranke Kinder“ unterstützt die Eltern seit vier Jahren mit seinem Coaching. Angeboten werden dank der Unterstützung der DAK bislang drei Kurse pro Jahr, bei ausreichendem Spendenaufkommen könnten insgesamt fünf angeboten werden. Laut Hermine Nock ist die Nachfrage groß. Mehr als 15 Betroffene sollten pro Kurs aber nicht aufgenommen werden, meint sie. Wer keinen Platz mehr findet, wird auf den nächsten Kurs verwiesen.

Jedes 100. Kind kommt mit einem Herzfehler zur Welt, das sind etwa 8.000 pro Jahr. Die Schäden reichen von einfachen Herzfehlern bis hin zu schwersten Schäden. Laut Rudolf Henke, CDU-Landtagsabgeordneter und unter anderem Präsident der Ärztekammer Nordrhein, gestaltet sich der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter aus medizinischer Sicht oft schwierig.

Die herzkranken Heranwachsenden könnten nicht auf unbegrenzte Zeit bei ihrem Kinderkardiologen in Behandlung bleiben, fänden später aber nur schwer einen ausreichend spezialisierten Facharzt, der sie weiterbehandeln kann. Hier arbeite man im Bundesausschuss an einer gemeinsamen Lösung. Henke wünscht sich eine fachärztliche ambulante Versorgung, geht aber davon aus, dass das noch eine Weile brauchen wird. „Die Kinder müssen auch lernen, eigenverantwortlich damit zu leben. Auch hierbei hilft das Elterncoaching“, meint Hermine Nock.

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