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Hermanns kündigt den Abriss des Lousberg-Bunkers an

Von: Heiner Hautermans
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Seine Tage sind wohl bald gezählt: Der Bunker zwischen Försterstraße (rechts) und Rütscher Straße soll einem großen Neubauprojekt weichen. Der Abriss soll schon im Herbst beginnen. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Wir werden abreißen“, kündigt Investor Norbert Hermanns an. Wahrscheinlich im Spätherbst werde mit dem Niederlegen des Bunkers zwischen Rütscher Straße und Försterstraße begonnen. Im Namen der Lousberg Höfe GmbH und der Deka Wohnungsbau GmbH will er vorher aber noch eine Informationsveranstaltung für die Anwohner abhalten.

Die findet am 26. September, 19 Uhr im Hauptgebäude der RWTH, Templergraben 55, statt. „Dabei kann auch die Bürgerinitiative zu Wort kommen und ihre Sache vertreten.“ An den unterschiedlichen Positionen werde sich wohl nichts verändern: „Wir wollen den Abriss machen, sie wollen ihn verhindern.“

Auf dem Gelände am Fuße des Lousbergs sollen 50 Wohnungen der gehobenen Klasse errichtet werden. Gegen den Bunker-Abriss hatten sich nicht nur die Anwohner, sondern auch Denkmalschützer und Historiker ausgesprochen, weil in dem massiven Gebäude der letzte Stadtkommandant Aachens residierte und am 21. Oktober 1944 vor den anrückenden Amerikanern im Namen der Wehrmacht kapitulierte. Der Fall der ersten deutschen Großstadt fand damals weltweit Beachtung, dennoch wurde der Hochbunker nicht unter Denkmalschutz gestellt, weil er nach Ansicht der dafür zuständigen Denkmalschützer des Landschaftsschutzverbandes im Innern zu stark verändert worden war.

Auch gegen diese Entscheidung hatte sich Widerstand gebildet, die Anwohner hatten ein Schreiben an den LVR geschickt, eine erneute Bewertung der Denkmaleigenschaft vorzunehmen. Im Internet wurden mehr als 800 Unterschriften unter einer Petition gesammelt, den Bunker zu erhalten, auch die Anwohner hatten mehr als 500 Unterschriften gegen den Abriss zusammenbekommen.

Diese waren Baudezernentin Gisela Nacken mit der Bitte um Rücknahme der Abbruchgenehmigung und Aufnahme in die Denkmalliste überreicht worden. Ein von der Bürgerinitiative angestrebtes Vier-Augen-Gespräch mit Investor Norbert Hermanns ist inzwischen zustande gekommen und nach der Beschreibung von Norbert Tücks von der BI „trotz hundertprozentiger Meinungsverschiedenheit in der Sache in freundlicher und offener Atmosphäre“ verlaufen. Beide Seiten zeigten Interesse an einem gutnachbarschaftlichen Verhältnis.

In diesem Gespräch sagte Hermanns auch zu, eine Abhandlung in Buchform über das Bauwerk erstellen zu lassen, um seiner historischen Bedeutung entgegenzukommen. Außerdem wies er darauf hin, dass er erhebliche Ausgaben plane, um allen Anwohnern den notwendigen Versicherungsschutz zu garantieren.

Diese sind nämlich auch deswegen gegen den Abriss, weil sie Schäden an ihren Häusern befürchten. Der Untergrund bestehe nämlich aus unverfestigten Sandschichten, der im Hang 1941 in aller Eile errichtete Hochbunker stelle ein stabilisierenden Element dar, das man nicht ohne Folgen für die Umgebung entfernen könne. Zumindest diesen Punkt hofft Norbert Hermanns, am 26. September ausräumen zu können. Das Thema Baugrund soll nämlich ausführlich behandelt werden. Hermanns: „Ich hoffe, diese Ängste zerstreuen zu können.“

Die Abrissbagger werden Aachen also erhalten bleiben. Ende Oktober enden nämlich die Arbeiten zur Niederlegung des Bunkers Sandkaulstraße. Er muss einem Hotelprojekt weichen, das dort für 15 Millionen Euro entstehen wird.

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