Hermann Brandstetter: Mit ihm ist der RWTH-Campus gewachsen

Von: Martina Stöhr
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Ein Campus-Lotse geht von Bord: Im neuen Gebäude der Campus GmbH wurde Geschäftsführer Hermann Brandstetter verabschiedet. Er geht aus familiären Gründen nach München. Foto: Harald Krömer

Aachen. Humor und gute Laune, aber auch eine gute Portion Wehmut charakterisierten die Verabschiedung von Hermann Brandstetter im neuen Gebäude der RWTH Aachen Campus GmbH am Campus-Boulevard. Brandstetter war fünf Jahre lang Geschäftsführer der Campus GmbH und geht jetzt vor allem aus familiären Gründen nach München, wo er bereits 2004 die Conversio Management- und Beteiligungsgesellschaft gründete.

Die Leibeigenschaft sei die letzte Möglichkeit, ihn in Aachen zu behalten, scherzte Prof. Ernst M. Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen. Es habe eine große Schar von Ungläubigen und Zweiflern gegeben, die das Konzept des neuen Campus nicht mittragen wollten, sagte Schmachtenberg. Jetzt sei bewiesen, dass sich private Investitionen in die Hochschule allemal lohnten. Brandstetter habe einen wesentlichen Anteil daran, dass sich das neue Konzept durchzusetzen konnte.

Woanders schöner?

„Warum geht der Brandstetter?“, fragte Schmachtenberg und war der Meinung, dass diese Frage ausführlich zu erörtern sei. „Sie gehen weg, weil es woanders noch viel schöner ist“, meinte er dann und machte keinen Hehl daraus, dass ihn der Abschied traurig stimmt. Der Campus als Standort jedenfalls werde eine große Ausstrahlungskraft entwickeln, zeigte er sich überzeugt.

Das neue Gebäude am Boulevard 55a schien die Besucher zu beeindrucken. Oberbürgermeister Marcel Philipp sprach mit Blick auf den umliegenden Campus von einem Gelände, „das offensichtlich wächst und offensichtlich funktioniert“. Und das sei ein Wunder angesichts anderer Großbauprojekte, die scheiterten, während es mit dem Campus stetig vorangehe. „Es ist Ihr Erfolg, dass das Projekt Fahrt aufgenommen hat“, sagte er zu Brandstetter. Allerdings gelte es, noch einige Steine aus dem Weg zu räumen. „Beim Campus West sind es sogar eher Findlinge“, meinte der OB.

Prof. Günther Schuh, ebenfalls Geschäftsführer der RWTH Aachen Campus GmbH, beschrieb Brandstetter mit einem Augenzwinkern als durchaus „penetrant, dabei aber auch charmant“ sowie als „strategisch in der Sichtweise und konsequent in der Umsetzung“. Brandstetter hat offensichtlich so einiges ertragen müssen in seiner Zeit als Geschäftsführer. Alle Redner bescheinigten ihm große Ausdauer und Geduld – wichtige Tugenden. Schließlich hätten bis heute noch nicht alle die Idee des Campus verstanden, meinte etwa Philipp.

„Man soll gehen, wenn es am schönsten ist“, verabschiedete sich Brandstetter schließlich und fügte hinzu: „Wer weiß, ob ich noch einmal eine solche Verabschiedung bekomme.“ Tatsächlich hatte sich eine große Schar von Kollegen und Mitstreitern eingefunden, um ein letztes Mal gemeinsam zu feiern. Sichtlich gerührt nahm Brandstetter Abschied von ihnen.

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