Heiß und lecker: Glühwein besteht den Qualitätstest

Von: Rolf Hohl
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Kritischer Blick auf die Reibekuchen: Andreas Cavelius (links) Simon Prangritz kontrollieren eine Imbissbude auf dem Weihnachtsmarkt. Foto: Ralf Roeger
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Der Glühweinexperte: Weinkontrolleur Martin Kühn überprüft die Temperatur im Kessel. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Normalerweise sind die Gesichtszüge der Gastronomen nicht so entspannt, wenn die Lebensmittelkontrolleure zu Besuch sind. Nicht so bei deren Visite am Mittwoch auf dem Weihnachtsmarkt. Die Stimmung war gelassen, und die Kontrolleure des städteregionalen Amts für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen wurden von den Standbesitzern freundlich empfangen. Wie sich zeigte, hatten sie auch keinen Grund, beunruhigt zu sein.

Die Lebensmittelüberwacher sorgen alljährlich dafür, dass die Speisen und Getränke an den zahlreichen Marktständen nicht nur lecker, sondern auch qualitativ hochwertig sind und einwandfrei hergestellt werden. Dazu wurden zunächst Material- und Lebensmittelproben entnommen und ins Labor geschickt. Anschließend folgte die Verköstigung durch die Experten, wobei der Fokus ganz besonders auf dem Glühwein lag. Ein Traumjob, könnte man denken. „Nicht immer“, sagt Martin Kühn, amtlicher Weinkontrolleur des Landes NRW. „Manchmal muss ich auch Glühweine verkosten, die andere nicht mehr in den Mund nehmen würden.“ Diesmal blieben ihm solche unerfreulichen Erlebnisse aber erspart.

Vor der Verkostung messen die Experten jeweils die Temperatur der Heißgetränke. Fällt diese unter 65 Grad Celsius, droht dem Standbesitzer Ärger und den Konsumenten ein flauer Magen. Doch Simon Pangritz vom Amt für Verbraucherschutz gibt Entwarnung: „Mittlerweile benutzen fast alle einen Durchlauferhitzer. Seither gibt es kaum noch Probleme mit der Temperatur.“ Die Zusammensetzung des Glühweins wird ebenfalls kontrolliert, auch wenn das Rezept denkbar einfach ist. Außer Wein, Zucker, Zimt und einigen Gewürzen darf nicht viel mehr zu finden sein. Die Besucher können also auch dieses Jahr bedenkenlos zugreifen und genießen.

Doch was passiert, wenn einmal etwas nicht in Ordnung ist? „Verdachtsfälle kommen sofort ins Labor und werden dort mit Priorität untersucht“, erklärt Pangritz. „Es nützt ja nichts, wenn wir erst Wochen später erführen, dass etwas nicht in Ordnung war.“ Um solche Kontrollen auch in Zukunft wirksam und effizient durchführen zu können, wurden kürzlich rund 100 zusätzliche Lebensmittelkontrolleure in NRW eingesetzt. „Gefordert waren zwar ursprünglich 300, aber wir haben im Moment genügend Leute, um unsere Aufgaben zu erfüllen“, so Pangritz.

Die Männer mit weißen Kitteln und feinem Gaumen hatten also einen recht ruhigen Tag. Zwar stehen die Laborergebnisse noch aus, doch diese werden im Laufe einer Woche ebenfalls erwartet. Bis zum Abend gab es jedenfalls keine Beanstandungen.

Während sich der Markt mit Besuchern füllte, konnten die Kon­trolleure ihren Heimweg antreten. Nach all dem Glühwein noch ans Steuer? Kühn kann beruhigen: „Verkostet werden nur Fingerhutmengen und die spucken wir wieder aus. Das ist also kein Problem.“

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