Aachen - Heinz X malt den Wahnsinn der Welt

Heinz X malt den Wahnsinn der Welt

Von: Ingrid Peinhardt-Franke
Letzte Aktualisierung:
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Zwischen Pop Art und Graffiti: Maler Heinz X (links, mit Freundin Miriam) stellt in der Stadtbücherei aus. Heino Karth und Lilli Lüttringhaus betreuen die Politikabteilung der Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Knallbunt und wild springen die Bilder ins Auge. Drastisch drängen sich Dämonen und Retter nach vorn, Masken, Fratzen und Clowns brennen sich ins Bewusstsein. Die Freiheitsstatue in New York mischt sich mit Gewaltelementen, Spiderman, Termiten und Voodoo - der Verfall der Werte ist unübersehbar.

Heinz X malt den Wahnsinn dieser Welt als „Metamessage” zwischen Reizüberflutung, Gewalt, schnellem Wandel und uralten Aberglauben auf seine Leinwände. Sein Stil ist eine expressive Mischung aus Pop Art und Graffiti - jugendkulturell schrill sind die Farben, schnell sind die Striche.

Tag und Nacht malt der Künstler gegen die geballte Ladung Information aus der westlichen Welt an, komplex wie die Reize aus den Medien sind die Verkettungen und Assoziationen, die in den Bildern stecken und beim Betrachter ausgelöst werden. Turbo-beschleunigt ist die Gleichzeitigkeit der Ereignisse nur noch als Witz zu ertragen - „No Jokes Please” weist darauf hin, dass Späße nicht erwünscht sind. Brennend wie die Farben und die Dichte der Motive wühlt sich die Aufrichtigkeit des Malers durch die hyperdynamische Überfülle in den Bildern - Chaos pur, erschlagend mächtig, aber prächtig bunt. Kommunikation läuft ins Leere, zynisch ist bisweilen das Grinsen des Clowns.

Chiffren von Macht, Ohnmacht und Zerstörung ziehen sich gleichmäßig durch die rund 50 Werke, die Heinz X in der Abteilung Politik der Stadtbibliothek Aachen aufgehängt hat. „Meine Bilder beschäftigen sich mit dem Untergang unserer Kultur, so wie es uns unsere Urkulturen vorhergesagt haben, als sie den weißen Büffel sahen. Und ich sage Ihnen, wir haben es nicht verstanden. Das ist die Metamessage, das wir es nicht verstanden haben.”

Sehr wohl verstanden haben die Botschaft der Bilder die Bibliothekare Lilli Lüttringhaus und Heino Karth, die die Politik- und Gesellschaftsabteilung betreuen. „Kritische Bilder passen perfekt zu unserem Bestand”, sagt Lilli Lüttringhaus. Heino Karth fasst die Aufgabe seiner Abteilung zusammen: „Wir müssen nicht nur Wissen bewahren und archivieren, sondern auch gesellschaftliche Entwicklung reflektieren.”

Die Ausstellung hängt noch bis zum 13. Februar in der Stadtbücherei Aachen, Couvenstraße 15, und kann zu den Öffnungszeiten besichtig werden, dienstags, mittwochs und freitags 11 bis18 Uhr, donnerstags 13 bis 19 Uhr und samstags 10 bis 13 Uhr.
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