Heimattheater: Partnersuche führt zum großen Chaos

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:
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Merkwürdige Typen, skurrile Wendungen: Mit seinem neuen Stück will das Aachener Heimattheater verstärkt auch ein jüngeres Publikum ansprechen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Besuchern der Aufführungen der verschiedenen Aachener Mundartbühnen fällt immer wieder auf, dass – ganz gleich wo – stets eine beachtliche Anzahl junger Leute dem Geschehen auf der Bühne folgt. Dabei sind die Inhalte des Mundarttheaters meist altbacken, oft spielen die Stücke in der „guten alten Zeit.“

Beim Aachener Heimattheater war man daher der Meinung, dass man mal gegensteuern sollte, um auch einem jungen Publikum zeitgemäßere Inhalte anzubieten. Die fand man für das neue, viel bejubelte Stück „Hej litt jet ejjen Luuet“ (Hier liegt etwas in der Luft), das jetzt im Brüssel-Saal des Eurogress Premiere hatte, in einer Komödie der britischen Autoren John Chapman und Anthony Marriot.

In „The Balcony Scene“, so der Originaltitel, ist das Eheinstitut von Constance Beecham der Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Beim Aachener Heimattheater Bühnenfreunde 1947 wird daraus die Öcher Heiratsagentur „Blume findet Blümchen“. Und auch darüber hinaus haben Regisseur Bernd Dreyer und sein Team ganze Arbeit geleistet, um das Boulevardstück an Öcher Verhältnisse anzupassen.

Erfreulich dabei, dass das Heimattheater etliche Mimen aus dem eigenen Nachwuchs auf die Bühne schickt. Die jungen Darsteller sind aber keine „heurigen Hasen“, sondern haben bereits bei den Weihnachtsaufführungen des Heimattheaters jede Menge Bühnenerfahrung sammeln können.

Mitreißender Theaterabend

Auf die Zuschauer wartet ein hinreißendes Theatererlebnis, bei dem in Bezug auf Irrungen und Wirrungen alle Register gezogen werden. Die Beschreibung „turbulentes Geschehen“ wird dem bunten Treiben auf der Bühne nur unvollkommen gerecht, selbst wenn die „reine Lehre des Öcher Platt“ etwas auf der Strecke bleibt, weil auch Hochdeutsch und so genannter Regiolekt gesprochen wird. Das tut der Sache aber keinen Abbruch, weil es zum einen der Lebenswirklichkeit entspricht und zum anderen die Aktionen auf der Bühne nicht stört.

Die Spielfreude und der famose Auftritt des Ensembles mit Rolf Bresser, Jörg Dreyer, Gerlinde Geur­ten, Ulrich Havermann, Judith Knisch, Ralf Leesmeister, Marita und Wolfgang Lohbusch, Stefanie Mockel, Kathrin Schnitker sowie Marita Toussaint wird vom Publikum mit einem Riesenapplaus quittiert.

Der Versuch, an dieser Stelle die Handlung der Posse zu schildern, muss unterbleiben, denn das Chaos auf der Bühne erschließt sich letztlich nur beim Zusehen. Viele skurrile Wendungen, merkwürdige Typen und viele Missverständnisse rund um die Heiratsagentur bescheren den Zuschauern einen höchst kurzweiligen Abend.

Weitere Termine

Wer also wissen will, was in der Heiratsagentur tatsächlich geschieht und welche Rolle der Balkon aus dem Originaltitel spielt, sollte die weiteren Vorstellungen von „Hej litt jet ejjen Luuet“ samstags am 29. März und am 5. April, jeweils um 19.30 Uhr im Brüsselsaal des Eurogress, nicht verpassen. Zwei weitere Vorstellungen finden am 9. und 10. Mai jeweils um 20 Uhr in der Stadthalle in Alsdorf statt.

Karten (ab 14,50 Euro) gibt es unter anderem im Mediastore in der Großkölnstraße 56 und beim Zeitungsverlag Aachen in der Dresdener Straße 3.

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