Brand - Haverkamps Heimatabend kommt selbst bei den „68ern“ gut an

Haverkamps Heimatabend kommt selbst bei den „68ern“ gut an

Von: Peter Langohr
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Das Ensemble von „Night of the Prumms“ im Pfarrzentrum von St. Donatus: Dieter Kaspari, Uwe Böttcher, Wendelin Haverkamp, Hubert Crott, Gitta Haller, Albert Henrotte, Uwe Königs und Herbert Henn (von links) heimsen den verdienten Applaus des Brander Publikums ein. Foto: Peter Langohr

Brand. Obwohl das Format brandneu ist, waren die Gäste offenbar bereit, so viel an Vorschusslorbeeren zu verteilen, dass das Pfarrzentrum von St. Donatus bei der ersten Ausgabe von Haverkamps „Night of the Prumms“ ausverkauftes Haus melden konnte.

Menschen, die mit einer spitzen Zunge ausgestattet sind, werden vielleicht sagen: „Wendelin Haverkamp veranstaltet einen Heimatabend.“ Das würde natürlich bei etlichen Haverkamp-Fans, von denen viele aus der viel zitierten 68er-Generation kommen überhaupt nicht gut ankommen – so manchem 68er gilt der Heimatbegriff als belastet – aber dennoch entspricht es ziemlich genau der Wahrheit.

Denn die witzig bunte Mischung aus Musik und Kabarett, Satire und Blues und kleinen, feinen Gesprächen gewinnt ihren Charme aus dem strikten Heimatbezug, auf dem sie aufbaut. Warum fühlt man sich da zuhause, wo man zuhause ist, steht als zentrale Frage über dem Konzept.

Die Pilotausgabe im Pfarrzentrum von St. Donatus zeigte deutlich das Potenzial von „Night of the Prumms“, so dass die Resonanz beim Publikum sehr positiv ausfiel. Gute Unterhaltung ist garantiert, wenn Thouet-Preisträger Dieter Kaspari seinen erdigen Öcher Blues erklingen lässt und dabei von dem Bassisten und virtuosen Geiger Uwe Böttcher begleitet wird, wenn „Pech und Schwefel“, das Stockpuppenkabarett des Öcher Schängche, das lokale Geschehen durch „Maria und Goseph“ und durch „Helmut und Jünther“ vom Stadtbetrieb auf die Schippe nimmt oder wenn Wendelin Haverkamp einen Blick durch die Brille des Westzipflers auf die Befindlichkeiten der Städteregion wirft.

Zwanglose Gespräche

Ganz wichtig sind die kleinen zwanglosen und amüsanten Gespräche mit Leuten, die sich vor Ort besonders gut auskennen. Im Pfarrzentrum waren Ex-Bezirksbürgermeister Herbert Henn und Restaurantbesitzer Uwe Königs kompetente Gesprächspartner in Sachen Zuhause-Sein in Brand. Dabei bekannte Henn, dass er von Büsbach über Freund nach Brand gekommen sei und somit gewissermaßen einen Migrationshintergrund habe.

Außerdem wurde deutlich, dass der moderne Heimatbegriff sich nicht länger ausschließlich an der Herkunft festmachen lässt, sondern dass angesichts der Mobilität, die von den Menschen heute verlangt wird, Heimat dort ist, wo man freiwillig zuhause ist und sich geborgen, sicher und wohl fühlen kann.

Uwe Königs antwortete auf Haverkamps Frage, was den Brander ausmache mit einem dezidierten „Ich bin ein Freunder!“ – Freund ist ein Ortsteil von Brand – und lieferte damit die Steilvorlage für die Erörterung der Frage, warum gerade die Nachbarn aus dem Ort gleich nebenan die größten Konkurrenten sind und man kein gutes Haar an ihnen lässt.

Das Schlusswort blieb dem Bischof von Brand – so Haverkamp – überlassen. Pastor Ralf Freyaldenhoven dankte allen Mitwirkenden für den überaus gelungenen Abend und verabschiedete Gitta Haller, die einzige Dame im Ensemble, mit einem Küsschen.

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