Hauptzollamt: Der Minister hat jetzt Dampf gemacht

Von: Alfred Stoffels
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Seit Jahren wartet die Bundespolizei darauf, in das alte Hauptzollamt am Bahnhof umziehen zu können. Demnächst soll der Umbau tatsächlich beginnen, im September ist das „Auftaktgespräch”. Foto: Harald Krömer

Aachen. Nach langem Tauziehen um den künftigen Verwendungszweck und inzwischen zweijährigem Leerstand soll das alte Hauptzollamt jetzt zeitnah aufgemöbelt und als neue Bleibe der Bundespolizei hergerichtet werden. „Der Startschuss ist gefallen”, hieß es am Dienstag bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), der das denkmalgeschützte Gebäude neben dem Hauptbahnhof gehört.

Im September wird ein großes „Auftaktgespräch” mit allen Beteiligten stattfinden, bei dem erste Details geregelt werden sollen. Klar ist jetzt schon, dass Umbau und Sanierung teuer werden.

Dietmar Engels, Leiter der Bima-Hauptstelle Münster, spricht von Kosten, die „deutlich im siebenstelligen Bereich liegen” - was heißt, dass eher neun Millionen Euro statt einer Million Euro anfallen werden. Kein wirkliches Wunder bei einem Objekt, das schon vor langer Zeit von allen (Zoll-)Dienststellen verlassen wurde, in das aber auch vorher kaum noch investiert wurde.

Nun also auf zu neuen Ufern. Das Bundesinnenministerium hat die Bima jetzt endgültig beauftragt, „die Maßnahme durchzuführen” (Engels). Seit langem schon klagen die Aachener Bundespolizisten (früher: Bundesgrenzschutz), dass sie in ihren Containern neben den Gleisen eher bescheiden untergebracht sind - im Sommer herrscht unerträgliche Hitze, im vergangenen Winter mussten die Heizdecken rausgekramt werden.

Nach einem Besuch bei der örtlichen Bundespolizei-Inspektion war die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt dermaßen entsetzt, dass sie Innenminister Thomas de Maiziére einen Brief schrieb und dringlich um Abhilfe bat; durchaus möglich, dass diese Intervention die Dinge beschleunigt hat.

Auch Helmut Brandt aus Alsdorf, der die CDU im Bundestag vertritt, setzt sich seit Jahren für den Umzug der Ordnungshüter ein. Der Christdemokrat, Mitglied des Innenausschusses: „Auf diese Nachricht aus dem Ministerium habe ich schon geraume Zeit gewartet.”

„Es hat lange gedauert, ja”, sagt Engels, aber manche Dinge ließen sich nichts übers Knie brechen, „da ist es besser, in Ruhe zu überlegen und auch kritische Einwände aufzunehmen”. Außerdem seien viele Instanzen an der Prüfung beteiligt gewesen, von den Kosten wie von den Nutzungsalternativen her habe es viel Klärungsbedarf gegeben.

Eine Zeit lang hatte auch die Stadt Aachen großes Interesse an dem dreieinhalbgeschossigen Backsteinbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, der immer noch ein schöner Hingucker ist (Architekt war Johann Peter Cremer). Ganz ernsthaft wurde darüber nachgedacht, das alte Hauptzollamt in ein Hotel umzubauen, doch alle (Kauf-)Pläne zerschlugen sich, nicht zuletzt wegen der jeweiligen finanziellen Vorstellungen.

Zwei Jahre Bauzeit

Die Arbeiten zur Sanierung und Herrichtung der neuen Polizeiunterkunft werden rund zwei Jahre in Anspruch nehmen, anschließend sollen nach und nach insgesamt 170 Bedienstete Aufnahme finden. Der Personalratsvorsitzende Lothar Wick freut sich über den Gang der Dinge, er sagte aber auch: „Ich bleibe skeptisch, wir sind schon zu lange veräppelt worden.”
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