Hauptwache: Sanierung kostet neun Millionen

Von: Heiner Hautermans
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Rund 50 Jahre alt sind diese Gebäude an der Stolberger Straße – und dringend erneuerungsbedürftig. Foto: Harald Krömer

Aachen. Insgeheim hatte die Wehr gehofft, dass der marode Bau der Hauptwache an der Stolberger Straße abgerissen würde. Eine Sanierung des Gebäudes aus den 1960er Jahren bedeutet für sie nämlich jahrelangen Zusatz-Stress – schließlich erfolgt der Umbau im laufenden Betrieb. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Da liegt es klar auf der Hand, dass der Umzug in einen an anderer Stelle errichteten Neubau einfacher ist als die Sanierung in drei Abschnitten, die vorübergehend ausgelagert werden müssen, wahrscheinlich in Container.

Doch so heruntergekommen das Betonhaus momentan auch aussehen mag, es hat seine architektonische Bedeutung, „aus künstlerischen Gesichtspunkten, stadtgeschichtlichen und die Geschichte des Feuerwehrwesens betreffend“, erklärt Monika Krücken, Leiterin der Denkmalpflege. Deshalb hat der Landschaftsverband angeregt, das von Prof. Rudolf Steinbach, dem damaligen Lehrstuhlinhaber für Baukonstruktion an der RWTH, geplante Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen.

Das bedeutet für die Wehrleute: Rettungswache, Brandschutz und Logistik müssen nacheinander ausziehen. Momentan wird das Konzept für die komplizierte Aktion erarbeitet, die zweieinhalb bis drei Jahre in Anspruch nehmen und nach gegenwärtigen Berechnungen knapp neun Millionen Euro kosten wird.

Ärger hat die Wehr aber nicht nur mit ihrer Alt-Immobilie, auch der im April 2012 begonnene Neubau, in dem sich seit Anfang Dezember die städteregionale Leitstelle befindet, sorgte für Anlaufschwierigkeiten. Gleich drei Mal hatten die Brandbekämpfer mit Wasserschäden zu tun. Zunächst war das Dach undicht, der Schaden war aber schnell behoben und hielt sich in Grenzen, weil noch in der Rohbauphase aufgetreten.

Ärger war es Mitte September, als ein Wasserboiler fast ein Wochenende lang kubikmeterweise Wasser aus dem 2. Obergeschoss laufen ließ, ob Bedienungs- oder Materialfehler, das wird nun von Gutachtern untersucht. Nur die Tatsache, dass die Elektronik noch nicht angeschlossen war, verhinderte nach den Worten des Leiters Jürgen Wolff eine Katastrophe. Immerhin mussten Fußböden und Gipskartonwände erneuert werden. Und zuletzt war es ein Wassereintritt im Ansaugstutzen der Lüftungsanlage, der Probleme machte.

Alle Rückschläge aber haben nicht verhindert, dass die Bevölkerung durch die Umstrukturierung besser geschützt werden kann. So will man noch in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Maastricht und Lüttich ausbauen, wechselseitig sollen bei Großeinsätzen Beamte ausgetauscht werden. Ein Nuklearunfall im Atomkraftwerk Tihange könnte ein derartiger Anlass sein, ein Brand im Hohen Venn oder ein Zugunglück in Köln.

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