Hauptverkehrsader Vaals: Zweite Ampel am Ende der Sommerferien

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
6072493.jpg
Die Arbeiten auf der Maastrichterlaan auf der anderen Seite von Vaals haben vor kurzem begonnen. Seitdem wird der Verkehr an dieser Rotunde durch Ampeln geregelt (hinten rechts der vierte Arm). Foto: Harald Krömer

Aachen/Vaals. Eine Ampel gibt es in Vaals wieder, genau seit dem 5. August. Da haben nämlich die Arbeiten zur Erneuerung der Hauptverkehrsader, der Maastrichterlaan, auf der anderen Seite des niederländischen Grenzortes begonnen. Weil der Kreisverkehr vor der Polizei zur Hälfte nicht mehr befahrbar ist, wird der Verkehr aus drei Richtungen jetzt über eine Signalanlage geregelt.

Die Ampelphasen teilen müssen sich die Autofahrer von Maastricht in Richtung Aachen sowie in Gegenrichtung und der Verkehr von und zum Dreiländerpunkt. Die Maastrichterlaan zwischen Randweg und Swats Jries (gegenüber der hinteren Tankstelle) ist seitdem nur noch in Richtung Aachen befahrbar, für den Gegenverkehr wurde eine Umleitung über die Selzerbeeklaan (entlang der Gokart-Bahn) eingerichtet und eigens ein vierter Arm am Kreisverkehr bei der Polizeistation angelegt. Die Wartezeiten an dieser Ampel halten sich aber mit wenigen Minuten meist in Grenzen. Die Arbeiten hier dauern bis Ende Dezember.

Pünktlich zum Ende der Sommerferien wird am Montag, 2. September, eine zweite Baustellen-Ampel auf der anderen Seite von Vaals, also nach Aachen hin, eingerichtet. Das weckt unangenehme Erinnerungen, bekanntlich war es beim ersten Abschnitt zwischen Busstation und Kerkstraat (Einkaufszentrum) zu teilweise massiven Verkehrsbehinderungen gekommen. Busse, Pkw und Lkw standen bis zu einer halben Stunde im Stau, in Spitzenzeiten am Wochenende oder dienstags beim Wochenmarkt konnte es durchaus noch ein bisschen mehr sein.

Einige Buslinien der Aseag, die eigentlich einen Schlenker durch Vaals fahren, ließen den Abstecher ins Nachbarland mitunter sausen und drehten schon an der Grenze bei. Zu unangenehmen Begleiterscheinungen kam es in Vaalserquartier: Weil einige Oberschlaumeier sich über die Alte Vaalser Straße vorzudrängeln versuchten, kam es etwa auf der Püngelerstraße zu teilweise chaotischen Szenen, auch die Anwohner der Häuser am Ende der Vaalser Straße klagten über Lärm und Gestank der wartenden Pkw. Nach einiger Zeit besserte sich die Situation durch den Einsatz von Verkehrshelfern, doch ein zeitlicher Mehraufwand war auch dann noch vonnöten, weil der Verkehr nur einspurig fließen konnte und in beiden Richtungen durch die Ampel gesteuert wurde. Die Geschäftsleute waren so erfreut über das (vorläufige) Ende der Bauarbeiten, dass sie Ende Juli ein Fest ausrichteten.

Doch nun ist die Schonfrist vorbei, ab übernächster Woche wird das letzte Stück in Richtung Aachen, zwischen Kerkstraat und Grensstraat, ausgebaut. Die „Reconstructie“ ist, wie berichtet, vor allem deswegen erforderlich, weil der Kanal auf der Hauptverkehrsstraße mit mehr als 100 Jahren völlig überaltert ist und dringend erneuert werden muss. Dieses Teilstück ist allerdings wesentlich kürzer als der erste Abschnitt, so dass als Bauzeit auch nur sechs Wochen angesetzt ist – bis 18. Oktober.

Weniger Behinderungen

Um diesen Zeitpunkt herum wird auch die letzte Asphaltschicht auf der zuerst fertiggestellten Fahrbahn bis Busstation aufgetragen und anschließend ein 1,30 Meter breiter Radweg in Rot auf den nicht übermäßig breiten Fahrbahnen aufgemalt. Viele Vaalser hatten, bis Papierkörbe, Straßenlampen oder Postkästen eingelassen wurden, vorübergehend vermutet, dass die Radwege auf den breiten Trottoirs angeordnet würden.

Eines ist sicher: Die Arbeiten in den Niederlanden laufen generalsstabmäßig ab, anders als auf vielen Baustellen in Aachen gibt es keine Verzögerungen. Projektleiter Jeroen Brune: „Wir liegen voll im Plan.“ Nicht sagen kann er allerdings, ob der durch den anfangs hoch umstrittenen Umbau gewünschte Effekt, den Verkehr zu beschleunigen, schon eingetreten ist. Auffällig ist allerdings, dass es beispielsweise beim gestrigen Wochenmarkt rund um das Rathaus nicht zu den sonst üblichen Verkehrsstaus gekommen ist. Möglicherweise werden die Verkehrsplaner also ihr Ziel erreichen.

Sie versuchen nämlich die Hauptstörquellen, Behinderungen durch Fußgänger und Linksabbieger, zu entschärfen. Häufig kam der Verkehrsstrom beispielsweise durch das Überqueren der Fahrbahn zum Stillstand. Im Neuzustand werden nun Zebrastreifen gar nicht mehr angelegt, dafür etliche Querungshilfen. Zebrastreifen böten ohnehin nur eine Scheinsicherheit, argumentieren die Planer der Provinz, weil nicht jeder Fahrer anhalte. Nun brauchten die Passanten nur jeweils eine Fahrbahn zu überqueren, könnten auf dem Mittelstreifen eine Pause machen. Das Konzept scheint aufzugehen, der Verkehr läuft reibungsloser, auch weil für die Linksabbieger eigene Spuren eingerichtet werden. Für das Be- und Entladen werden mehrere separate Plätze angelegt.

Die Arbeiten zur gesamten Erneuerung in weiteren Abschnitten werden sich noch bis August 2014 hinziehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert