Hauptstraße in Burtscheid: Emil Erdmann buddelt weiter

Von: Werner Czempas
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Die Hauptstraße in Burtscheid wird ab September für mehrere Monate zur Baustelle. Die Stawag erneuert dort in mehreren Abschnitten den Kanal. Der ist immerhin schon 110 Jahre alt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Emil Erdmann, das Baustellen-Maskottchen der Stawag, buddelt weiter. Ab 1. September wühlt es wie an vielen anderen Stellen in der Stadt auch in der Hauptstraße in Burtscheid die Erde auf. Der Kanal wird erneuert, Versorgungsleitungen werden gelegt und das Fernwärmenetz wird ausgebaut. In den Burtscheider Kurpark-Terrassen informierte die Stawag rund 80 Anwohner und Hausbesitzer.

Der fast fünf Meter tief liegende Kanal ist ob seiner 110 Jahre in einem sehr schlechten Zustand. Er muss dringend erneuert werden. Aus feuerwehrtechnischen Gründen kann die Stawag nicht in einem Rutsch loslegen. Es geht bergauf Richtung Krugenofen-Kasino­straße nur in 25-Meter-Abschnitten. Die Arbeiten beginnen in Höhe der Mühlradstraße rauf zur Küpperstraße. Pro Tag sind drei bis fünf Meter zu schaffen. In der Regel wird von 7 bis 17 Uhr gearbeitet.

Es wird zu einer „abschnittsweisen Vollsperrung“ der Hauptstraße kommen. Das heißt: In der bis Mitte Juli 2015 geplanten Bauzeit ist das Durchfahren der Straße nicht möglich. Das letzte Stück vom Burtscheider Markt hoch kann erst Ende 2015 erneuert werden, da Fragen rund ums Thermalwasser noch zu prüfen sind.

Nach den Kanalarbeiten wird die mit einem Gefälle von mehr als zwölf Prozent ziemlich steile Hauptstraße wiederhergestellt. Ihr 50 Jahre altes Großsteinpflaster wird durch Asphalt ersetzt. Das Pflaster sei zwar „schön“, erläuterte die städtische Straßenbau-Managerin Regina Poth, sei bei dem starken Gefälle aus bautechnischen Gründen aber nicht mehr vertretbar. Gleichzeitig werde der Gehweg im Bereich Einmündung Dammstraße verbreitert. Dort sei er „einem Kurgebiet nicht angemessen“. Normale Gehwegplatten würden verlegt, die mit Rollator oder Gehhilfen gut zu begehen seien.

Die Bürger hatten tausendundeine Frage. Das Kardinalproblem: Wohin mit den Autos während der Bauarbeiten? Wo gibt es Parkplätze in einem Beritt mit ringsum Anwohnerparken? Gibt es Übergangslösungen mit Sonderausweis für Betroffene? Regina Poth klärte auf: Die Erschließung aller Grundstücke werde sichergestellt, etwa für Krankenfahrzeuge oder Fußgänger. Das Erreichen der Häuser mit dem eigenen Pkw müsse aber nicht gewährleistet werden, was juristisch überprüft und gerichtlich bestätigt sei. Poth: „Wir müssen Ihnen keinen Ersatz zur Verfügung stellen. Sie müssen selber gucken, wo Sie parken.“ Das sei zwar unangenehm, passiere aber – „wenn Sie nicht dauernd umziehen in der Stadt“ – so schnell nicht mehr.

Nach den Arbeiten im Straßenuntergrund kommen die Hausanschlüsse an der Reihe. Schadhafte müssen erneuert werden, worüber die Stawag Betroffene informiert werden. Korrekte Anschlüsse werden wieder angeklemmt.

„Gute Nacht, Burtscheid!“, befürchtete ein Herr, da bei einem ordentlichen Sommergewitter der Burtscheider Markt zum See werde, wenn die steile Hauptstraße asphaltiert werde und das Wasser nicht mehr zwischen Großsteinpflaster versickern könne. „Dann fliegen die Kanaldeckel hoch!“ Auch Pflaster habe nur „ein gewisses Sickervolumen“, wenn das Wasser die Hauptstraße „runterschießt“, habe es keine Chance, zu versickern, antwortete Regina Poth. Die Problematik Burtscheider Markt gebe es bei Starkregen immer, „so viele Kanäle können wir gar nicht bauen“.

In ihrer Sitzung am 28. August berät die Bezirksvertretung Aachen-Mitte die Baumaßnahme Hauptstraße. Danach, versicherte Poth, „gibt es noch einmal eine Informationsveranstaltung mit Ihnen“. Bisher sei bei solchen Arbeiten vom etwaigen Umzug, der Anfahrt des Glasers und der Feuerwehr bis hin zum Leeren der Mülltonnen noch immer alles einvernehmlich geregelt worden. Wenn mal „etwas nicht laufen sollte“, gebe es genug Ansprechpartner. Regina Poth beruhigte besorgte Gemüter: „Wir finden eine Lösung.“

Die Stawag wird alle Anwohner und Grundstückseigentümer in einem „Buddelbrief“ über den Stand der Dinge informieren. Frühzeitig werde über „kurzfristige Unterbrechungen“ der Strom-, Gas- und Wasserversorgung unterrichtet. Zudem gebe es einmal wöchentlich vor Ort eine Baubesprechung, „da können Sie gerne vorbeikommen“, bot Stawag-Bauleiter Wolfgang Raben an. Eine Baustellen-Hotline richtet die Stawag unter Telefon 181-1444 ein.

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