Aachen - Hauptmensa eröffnet nach zweijähriger Umbauphase neu

CHIO-Header

Hauptmensa eröffnet nach zweijähriger Umbauphase neu

Von: Martina Feldhaus
Letzte Aktualisierung:
7599005.jpg
Noch glänzt in der Küche alles unbenutzt: (v.l.) Jochen Kühn, Dirk Reitz und Gregor Neumann von Studentenwerk freuen sich auf den Mensabetrieb im neuen Studi-Speisetempel am Pontwall. Fotos (3): A. Herrmann Foto: Herrmann

Aachen. Früher haben sich Studenten nach einem freien Wohnheimplatz erkundigt, ab übernächster Woche können die Studis an gleicher Stelle Burger, Pizza und Pasta bestellen. Am Montag, 5. Mai, eröffnet die Mensa am Pontwall, die „Mensa Academica“ neu, nach zwei Jahren intensiven Umbaus.

Die AN durften gut eine Woche vorher einen Blick in das völlig umgestaltete Innenleben werfen.

Durch eine barrierefreie Drehtür geht‘s ins Foyer mit Infotheke. Rechts davon – die Wohnheimverwaltung wurde abgerissen – darf künftig gespeist werden. „Das ist der neue Marktplatz“, erklärt Gregor Neumann, Leiter der Mensa-Gastronomie. „Wir haben hier ein neues Gastro-Konzept umgesetzt, die Pizza, aber auch Wok- und Grillgerichte werden hier jeweils frisch zubereitet.“ Auch eine Sandwich- und Kaffeebar gehören dazu.

Um eine Etage aufgestockt

Damit das alles im Erdgeschoss Platz findet, hat die Verwaltung Platz gemacht. Wenn auch nicht ganz. Für sie wurde das Gebäude um eine ganze Etage aufgestockt, Bafög-Amt, Studentenwerk, das alles ist unter einem Dach geblieben. „Wir sind froh, dass wir jetzt wieder gegenüber dem Audimax mitten zwischen den Studenten zu finden sind“, sagt Studentenwerks-Geschäftsführer Dirk Reitz, der mit seinem Team lange Zeit übergangsweise in der Peterstraße residierte.

Am Pontwall steigt er jetzt mit Neumann und Gebäudemanagement-Leiter Jochen Kühn in den – ebenfalls neuen – Aufzug Richtung erste Etage. Denn statt der vielen Treppen, die früher in dem zum Teil 100 Jahre alten und recht verschachtelten Gebäudekomplex zu überwinden waren, gibt‘s nun überall barrierefreie Möglichkeiten. So gelangen die Drei ins Kernstück der Mensa – in den großen Speisesaal (wo das günstigere Essen ausgegeben wird) mit Großküche, Lager- und Zubereitungsräumen.

Noch ist nicht alles fertig, Papierstreifen verdecken den Boden, Farbeimer und Leitern stehen herum, Styropor und Planen liegen herum. Aber: Alles wirkt hochmodern. So sei es auch, betont Kühn: „Küchengeräte- und Flächen, Arbeitsabläufe, Warenwege und Kühlsysteme entsprechen den neuesten Anforderungen.“ Und die sind nicht gerade leicht zu erfüllen, wie Gregor Neumann weiß: „Die Vorschriften sind in den vergangenen Jahren extrem erhöht worden. Mittlerweile sind wir im Gastro-Bereich nah dran an medizinischen Standards.“

So hat die Hauptmensa in Zukunft echte Hygiene-Schleusen. Die Mitarbeiter der Küche wechseln vor Arbeitsbeginn in Rein-Kleidung, Füße und Hände werden desinfiziert, erst danach dürfen sie in den sogenannten Rein-Bereich, der durch einen blauen Boden gekennzeichnet ist. Auch beim Thema Kühlkette kann ab sofort nichts mehr schief gehen, ist Neumann überzeugt. Die angelieferten Waren kommen durch Kühlschleusen direkt in große Kühlkammern, per Computer wird die Lagerung jederzeit kontrolliert.

Neumann: „Es gibt neue Geräte, Prozesse, Wege. Damit alle genau Bescheid wissen, starten wir Montag den Testbetrieb ohne Gäste.“ 13 neue Mitarbeiter sind angestellt worden. „Es sind neue Aufgabenbereiche hinzugekommen, etwa für Packer und Lageristen und in der technischen Dokumentation“, sagt Dirk Reitz. Auch bei letzterer hat das Studentenwerk aufgerüstet. „Früher gab es zwei Feuermelder, heute wird an rund 600 Stellen im Gebäude erfasst, was passiert.“

Brandschutz und die Sicherstellung der Lebensmittel-Kühlung spielen hier mit rein. Besonders stolz sind Reitz, Neumann und Kühn auf das moderne Blockheizkraftwerk, mit dem sich die Mensa selbst versorgt und Energie spart.

Das alles läuft natürlich eher hinter den Kulissen ab. Für die Studenten und RWTH-Angestellten zählen vor allem das ausgeweitete Angebot, die größeren Speisesäle, die helleren Räume mit mehr Fenstern. Versorgt werden können mittags künftig 5000 Besucher pro Tag (vorher 3000). Mit dem neuen Außengastronomie-Bereich finden gleichzeitig 1400 Studis am Pontwall Platz, 400 mehr als zuvor. Obendrein gibt es eine Kinderspielecke und einen Wickelraum.

Das alles hat es natürlich nicht umsonst gegeben. „24 Millionen Euro hat der Umbau in den letzten zwei Jahren gekostet“, sagt Dirk Reitz. Kostensteigerungen gab es unter anderem durch die rund sechsmonatige Bauzeitverzögerung, zu viel Unvorhergesehenes trat auf, Probleme mit Baufirmen, Lieferanten und in der Statik kamen hinzu. Umso glücklicher sind jetzt alle, dass es endlich losgehen kann. Und am 5. Mai die erste Pizza über die Theke geht.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert