Aachen - Hannelore Kraft auf dem Familienfest der SPD

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Hannelore Kraft auf dem Familienfest der SPD

Von: Martina Stöhr
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NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (mitte) war am Samstag mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (rechts) und Ratsmitglied Karl Schultheis (links) in Aachen.

Aachen. Dieter Möckel haut so schnell nichts mehr vom Hocker. Er ist 81 Jahre alt und schon seine Großeltern waren in der SPD. Ebenso wie viele andere hatte er sich an einem der Tische auf dem Neumarkt ein Plätzen gesucht, um den Worten von Hannelore Kraft zu lauschen.

Er glaube aber nicht, dass sie es kurz vor Toresschluss noch schaffe, die Unentschlossenen zu überzeugen, meinte er. Hannelore Kraft lieferte derweil auf dem Podium eine Reihe von ihrer Meinung nach guten Gründen, das Kreuz bei der SPD zu machen. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität hätten die SPD während ihrer 150-jährigen Geschichte immer geprägt, sagte sie auf dem Familienfest der SPD, bei dem es neben Wahlkampfreden eben auch darum geht, die lange Geschichte der Sozialdemokraten zu feiern. Eine Ausstellung zeigte in aller Ausführlichkeit, durch welche Höhen und Tiefen die SPD im Laufe der Jahre gegangen ist. Dieter Möckel erinnert sich gerne an Helmut Schmidt. Der war ganz offensichtlich ein Politiker nach seinem Geschmack, „aber wohl vielleicht einfach zu intelligent“, wie Möckel meint. „Jeder hat eben auch seine ganz eigene Art, Politik zu betreiben“, stellte er fest.

Hannelore Kraft jedenfalls strahlt eine große Energie aus. Gerade beim Thema Bildung liege ihr die Gerechtigkeit besonders am Herzen, führte sie aus. „Wir kämpfen in NRW darum, kein Kind und keinen Jugendlichen zurückzulassen“, sagte sie und verwies darauf, dass mit Blick auf den Ausbau der Kitas und U3-Plätze schon eine Menge erreicht worden sei. „Damit alle Kinder gleiche Chancen haben, müssen wir uns die Sieben-Meilen-Stiefel anziehen“, fuhr sie fort. Ohne mehr Geld sei das aber nicht zu machen.

„Glauben Sie den Politikern, die Fehler erkennen und korrigieren und nicht denen, die behaupten keine zu machen“, warb sie um die Sympathien der Wähler. „Wir sind uns bewusst, dass wir nicht alles richtig gemacht haben“, räumte sie ein und bezog sich dabei auf die Leiharbeit. Mindestlohn, Bürgerversicherung, Solidarrente, Finanztransaktionssteuer und die Solidarität mit den schwächsten Ländern Europas waren weitere Themen ihrer Rede. Den nickenden Köpfen der Zuhörer war zu entnehmen, dass die meisten ganz auf ihrer Seite waren. Eine Zuhörerin allerdings bemängelte im Anschluss unzufrieden: „Über Hartz IV hat sie aber gar nichts gesagt.“

Immer wieder ging Hannelore Kraft den politischen Gegner auch ganz direkt an. „Vier Jahre lang hat die CDU keine entscheidenden Reformen auf den Weg gebracht“, kritisierte sie beispielsweise, bevor sie das Wort schließlich an Ulla Schmidt weitergab. Die ließ keinen Zweifel daran, dass sie es noch einmal wissen will. „Wir wollen hier in Aachen gewinnen“ und „Wir sind auf Erfolg eingestellt“, sagte sie. Und Karl Schulheis (SPD) erklärte schließlich noch, warum das Familienfest der SPD ausgerechnet im Frankenberger Viertel organisiert worden war. Hier trügen die Straßen zum Teil die Namen großer Widerstandskämpfer wie beispielsweise Michael Haßler. Und auch wenn das Wetter nicht gerade einladend war, hatten zahlreiche Gäste den Weg zum Neumarkt gefunden.

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