Aachen - Hangeweiher: Labor gesteht „blöde Nachlässigkeit“ ein

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Hangeweiher: Labor gesteht „blöde Nachlässigkeit“ ein

Von: Achim Kaiser
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Informierten am verunreinigten großen Becken über die Schließung des Hangeweiher: Petra Prömpler, Susanne Schwier und Bernhard Deil (v.l.) von der Stadt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ein Fehler des beauftragten Labors Eurofins hat dazu geführt, dass das Freibad Hangeweiher erst am Dienstag geschlossen wurde. „Ein Mitarbeiter hat den positiven Befund übersehen. Das war eine blöde Nachlässigkeit. Da ist bei uns etwas schief gelaufen. Die Stadt hat keinen Fehler gemacht“, erklärte Eurofins-Geschäftsfüher Tilman Burggraef auf Anfrage der Nachrichten.

Die Verunreinigungen mit Pseudomonaden waren in einer Wasserprobe entdeckt worden, die bereits am 11. Juni genommen worden war. Das positive Ergebnis habe, so Burggraef, vier Tage nach Prüfung der Probe vorgelegen. Erst am Dienstag war aber die Stadt von dem Labor darüber informiert.

„Wir haben dann so genannte Maximalmaßnahmen getroffen und das Bad innerhalb von einer Stunde geräumt“, sagte Petra Prömpler, Leiterin des städtischen Fachbereichs Sport. Zu dem Zeitpunkt, gegen 14.50 Uhr, waren sieben Badegäste im Hangeweiher.

Seit dem 11. Juni haben bis zur Schließung rund 4000 Freibadbesucher einen Abstecher in den Hangeweiher gemacht. Bislang seien weder bei der Stadt noch bei der Städteregion Rückmeldungen von Badegästen eingegangen, die über irgendwelche Entzündungen nach dem Eintauchen in das 2400 Kubikmeter Wasser fassende Becken geklagt hätten, erklärte die zuständige Dezernentin Susanne Schwier.

Am Dienstag ist eine weitere Probe gezogen worden, der am Freitag, Samstag und Sonntag zusätzliche folgen. Dazu wurde auch ein zweites Labor hinzugezogen.

Die vom Gesundheitsamt dringend empfohlenen Maßnahmen – Filterspülung, Hochchlorung und Filterspülung unter Chlorzugabe – sind bereits veranlasst worden. Allerdings sei vor allem das System der Beckenwasseraufbereitung schon ziemlich veraltet, so Schwier. Das städtische Gebäudemanagement muss nun prüfen, inwieweit die Anlagen sanierungsbedürftig sind. Die Kosten für eine Erneuerung lägen bei rund fünf Millionen Euro.

„Mit der vorläufigen Schließung ist eine verantwortungsvolle Entscheidung den Badegästen gegenüber getroffen worden und Gleiches wird auch getan, falls es ein langfristiges technisches Problem gibt“, unterstrich Schwier.

Wie es zu dem hohen Befund an Pseudomonaden kommen konnte, wollen Sportamt, Gebäudemanagement, das Gesundheitsamt der Städteregion sowie ein externes Ingenieurbüro ergründen.„Dazu brauchen wir aber weitere Proben“, betont Gebäudemanagementleiter Bernhard Deil.

Ob die Stadt zukünftig weiter auf das Labor Eurofins setzt, ist noch offen. „Wir müssen intensiv mit den Verantwortlichen dort sprechen und dann weitersehen“, erklärte Schwier. Erst seit Beginn des Jahres arbeitet die Stadt mit Eurofins zusammen. Das bundesweit tätige Labor mit einem Sitz in Aachen hatte den Zuschlag nach einem Ausschreibungsverfahren bekommen, weil es das preisgünstigste Angebot vorgelegt hatte.

Der Hangeweiher bleibt vorerst bis Montag Mittag geschlossen. Dann will die Stadt über weitere Maßnahmen informieren. im besten Fall könnte das Freibad dann am Montag um 12 Uhr wieder geöffnet werden.

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