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Halle Nord: Stadt geht dem Leim auf den Grund

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Anke Borowikows Schmetterball
Anke Borowikows Schmetterball gegen den Köpeniker SC: Für internationale Spiele müsste die Decke drei Meter höher sein. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Sollte es in diesem kalten Winter noch einmal richtig schneien, könnte es problematisch für die Dreifachhalle an der Neuköllner Straße werden. Dort absolvieren die Alemannia-Volleyballerinnen ihre Bundesligaheimspiele.

Denn sollte es wie im letzten Jahr zu pappigen Schneelagen mit mehr als 15 Zentimeter Dicke auf dem Hallendach kommen und sich wie im Winter 2011 die geleimten Balken ob der hohen Schneelast wieder durchbiegen, dann könnte dies das vorläufige Ende des Spielbetriebes sein.

So muss sich die Sporthalle der dort im Norden ansässigen Berufskollegs der Städteregion momentan eine akribische statische Untersuchung sowie eine wissenschaftliche Materialprüfung gefallen lassen.

Michael Ferber, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, bestätigte auf Anfrage der „Nachrichten”, dass Proben der Verleimungen aus den tragenden Dachbalken der Halle genommen worden seien und im Moment an einem hiesigen Bauforschungsinstitut untersucht würden.

Am morgigen Freitag, so Baudezernent der Städteregion, Uwe Zink, soll es noch weitergehende Untersuchungen zur statischen Befindlichkeit der Sporthalle mit ihren mehr als 1000 Plätzen geben. Alle Beteiligten erwarten ein Ergebnis erst nach Karneval, also in gut zwei Wochen.

Kein Bad Reichenhall

Von Seiten der Stadt gebe es jedoch keine ernsthaften Befürchtungen vor einem möglichen Einsturz, wie etwa im Winter 2006 in der Bad Reichenhaller Eissporthalle mit 15 Toten. Denn die statisch-physikalischen Gegebenheiten der hiesigen Sporthalle Nord sind laut den Stellungnahmen der Verantwortlichen wesentlich anders als damals bei dem verheerenden Dacheinsturz.

Auch habe die Konsistenz des beim Hallenbau Ende der 70er Jahre verwendeten Leimes keinen Anhaltspunkt für Beanstandungen gegeben, erklärte Stadtsprecher Hans Poth.

Bereits im letzten Winter haben Bauingenieure und Statiker die Halle unter die Lupe genommen und natürlich zur Auflage gemacht, dass das Flachdach nach Schneefällen vorsorglich geräumt werden müsse. Zum Teil jedenfalls.

Denn das Dach verkraftet immerhin eine Traglast von 75 Kilogramm pro Quadratmeter, allerdings kommt es ursächlich auf die Konsistenz des Schnees an. Pulverschnee ist, leicht und somit weit ungefährlicher als schwerer, nasser Pappschnee, der mit seinen Eisschichten im Winter 2011 die Balken zum augenfälligen Durchbiegen brachte.

Baudezernent Uwe Zink sieht die Grenze bei pappigem Schnee für das Hallendach in der Neuköllner Straße denn eher „bei zehn bis 15 Zentimetern”.

Nach den Untersuchungen soll die Halle dann modernisiert werden. Neben einer möglichen Dachverstärkung gehe es um Energiesparmaßnahmen in der Halle. Geprüft werden soll auch, ob das Dach eine Solaranlage tragen könne.

Ob die Arbeiten soweit gehen, dass durch eine Aufstockung der Hallenhöhe die Volleyballstandards für internationale Begegnungen erfüllt werden können, ist laut Zink ungewiss.

Dafür müssten die Wände um etwa drei Meter erhöht werden. Diese Diskussion sei aber noch offen. Hier böte sich eventuell sogar ein Neubau an, auch weil die Kollegschulen weiteren Raumbedarf im Schulsport angemeldet haben, sagte Zink.
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