Aachen - „Halb Rap und halb Soap“: Tim Knapper spielt Tantalos

„Halb Rap und halb Soap“: Tim Knapper spielt Tantalos

Von: Grit Schorn
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Schauspieler Tim Knapper hat sich an die ebenso umfangreiche wie grausame Familiengeschichte von Tantalos und seinen Nachfahren gewagt. Der mächtige König Tantalos setzt den Göttern den zerstückelten Pelops, Tantalos‘ Sohn, als Speise vor. Er will ihre Allwissenheit prüfen.

Doch am Ende erleidet Tantalos eine schreckliche Strafe – in der Unterwelt muss er den Anblick von Speis und Trank erdulden und doch ewigen Hunger und Durst erleiden… Auch auf seinen Nachkommen, den Tantaliden, lastet der schreckliche Fluch.

„Vom Schicksal gestraft“

„Halb Rap und halb Soap werden hier zu einer „Roap“, feixen Schauspieler Tim Knapper und Regisseur Florian Hertweck, die am 2. und 7. Juli das Mörgens-Publikum eine Stunde lang in den Bann der mörderischen Tantaliden ziehen wollen. In homerischer Tradition hat ein gewisser MC Jaques Tabaque die „Verästelungen dieses vom Schicksal gestraften Stammbaums“ in mehrere Rap-Gesänge gegossen. Wenn da bloß nicht der Musiker Malcolm Kemp dahintersteckt…

Fast am Saisonende ist das Theater angelangt, aber die aberwitzige Veranstaltung im Mörgens hat den viel beschäftigten Schauspieler Tim Knapper (39) dann doch gereizt. Vielgestaltig sind seine Rollen in Aachen, vom Schüler Musa im überdrehten Schulstück „Verrücktes Blut“, dem innerlich zerrissenen Sebastian in „Wir lieben und wissen nichts“ bis hin zum heimtückischen König Claudius in „Hamlet“ zeigt Knapper seine große Bandbreite. Im westlichen Köln geboren, im südlichen München aufgewachsen, Medienwissenschaften studiert und im östlichen Potsdam Schauspiel-Prüfung gemacht – da fehlt ja nur noch der Norden? Ja, um Bremen herum gibt‘s wohl noch „verwandte Nordlichter“…

Tim Knapper ist eigentlich froh darüber, dass seine Eltern mit Theater überhaupt nichts am Hut hatten. „Wenn Eltern von Schauspielern schon Mimen oder Regisseure waren, das stell‘ ich mir echt hart vor“, lacht der sehr ausgeglichen wirkende Hüne. Der übrigens im Ibsen-Drama „Hedda Gabler“ als verzweifelter Eilert, Heddas-Ex, nicht nur den Damen im Publikum imponierte.

Jetzt wird erst mal am „Fluch der Tantaliden“ gewerkelt – da muss sogar Knappers Freundin, die auch im Schauspielberuf ist, etwas zurückstecken, denn die grausamen Tantaliden fordern jetzt als „Roap“ ihren Proben-Tribut.

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