Aachen - Haarberg durchforstet, Spaziergänger verärgert

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Haarberg durchforstet, Spaziergänger verärgert

Von: gei
Letzte Aktualisierung:
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Die in Wäldern übliche Durchforstung verärgert Spaziergänger am Haarberg. Einige sprechen bereits von einem „Waldfriedhof”. Doch in Wahrheit ist es notwendige Pflege, versichert die Forstverwaltung. Foto: Harald Krömer

Aachen. Kein schöner Anblick für Spaziergänger: Nachdem das städtische Forstamt den Wald am Haarberg durchforstet hat, liegen links und rechts des Haarener Kreuzes nun jede Menge Baumstämme, Äste und Zweige im Gelände herum.

„Das Gebiet befindet sich in einem erbarmungswürdigen Zustand”, schreibt ein Anwohner. „Da, wo der gestresste Mensch sich erholen soll, befindet sich jetzt ein Waldfriedhof”, beschwert er sich.

Dass es am Haarberg ziemlich wüst aussieht, gibt auch Bezirksamtsleiter Frank Prömpeler zu. Doch von einem „Waldfriedhof” könne keine Rede sein. Im Gegenteil, wie Oberförster Johannes Odrost erklärt. Etwa alle vier bis fünf Jahre müssen die Wälder im Stadtgebiet durchforstet werden - wobei es vor allem um die Pflege des Bestands geht.

So erhalten die stärksten Bäume mehr Licht und mehr Platz zum Wachsen. Totholz wird oftmals bewusst geschaffen oder zurückgelassen, um Käfern und anderen Tieren Lebensraum zu geben. Gearbeitet werde stets nach einem hohen ökologischen Standard, der in Aachen sogar zertifiziert ist, wie Odrost betont.

Mit Profitgier oder Gewinnmaximierung, wie es manch ein Anwohner nach der Durchforstungsaktion am Haarberg vermutet, habe der Vorgang jedenfalls nichts zu tun, versichert Odrost. Dort wurde lediglich praktiziert, was in Aachen seit Jahren Standard ist - mit dem Unterschied, dass es vielleicht mehr ins Auge fällt, weil das Waldstück so klein ist.

Die geschlagenen Bäume wurden somit vor wenigen Wochen versteigert. Das Holz wurde an 23 Nutzer vergeben, die nun bis Ende April Zeit haben, es abzuholen. In dieser Zeit haben sie auch die Erlaubnis, mit Fahrzeugen und Hänger in den Wald zu fahren. Wobei für Odrost die Betonung auf Wald liegt - „wir befinden uns dort nicht in einem Park”. Soll heißen: Dort darf auch Holz einfach herumliegen, an dem Wind, Wetter und Kleintiere ihre Arbeit verrichten.

Einen Trost hält der Oberförster für all jene bereit, die sich durch den jetzigen Zustand gestört fühlen: Spätestens Anfang Mai, wenn also die Bäume bekanntlich ausschlagen, herrscht wieder Ruhe im Naherholungsgebiet am Haarberg - und zwar für die nächsten vier bis fünf Jahre.
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