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„H2I” nimmt Gestalt an: In einem Jahr zieht Stadtarchiv ein

Von: Merve Polat und Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Der Dachstuhl steht, das Richtfest wird gefeiert: In einem Jahr soll das Haus für Identität und Integration am Reichsweg mit Leben gefüllt werden. Bei der Feier machten sich (v.l.) Olaf Müller (Leiter Kulturbetrieb), Oberbürgermeister Marcel Philipp, Bürgermeisterin Margrethe Schmeer, Archivdirektor Thomas Kraus und Co-Dezernent Manfred Sicking ein Bild vom Baufortschritt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Als Stadt haben wir das Thema Integration nie vernachlässigt. Aber vielleicht haben wir auch noch nicht genug getan”, sagt Oberbürgermeister Marcel Philipp und ergänzt: „Wir müssen jede Chance nutzen, Menschen und Kulturen zusammen zu bringen.”

Ein solcher Treffpunkt für Menschen und Kulturen wird das Haus der Identität und Integration. Am Freitag haben Handwerker und Politiker am Reichsweg Richtfest gefeiert. „Wir bauen Zukunft” steht auf einem Schild an der Baustelle, und es wird auch noch einige Zeit dauern, bis in das „H2I”, wie das Haus bei der Stadt genannt wird, Leben einkehrt.

In etwa einem Jahr können das Stadtarchiv, Stadtsportbund und viele andere kulturelle und soziale Einrichtungen in die Räume der einstigen Nadelfabrik einziehen. „Das Haus darf keines sein, das im Schatten, also am Rande der Wahrnehmung, steht. Das Gebäude muss voller Leben sein”, betont der Oberbürgermeister. Nur dann könne der Zweck des Hauses, seine Rolle für die Integration, erfüllt werden.

„Dieses Gebäude ist ein Zeitzeuge. Und wenn man mit so einem Gebäude arbeitet, dann spürt man immer auch der Seele nach”, sagt Jost Gellinek, Geschäftsführer des zuständigen Architekturbüros. Einst sei es Zeuge für den Aufbruch in die industrielle Revolution gewesen, jetzt sei es Teil eines weiteren wichtigen Schrittes für eine multikulturelle Gesellschaft.

Da sei es nur folgerichtig, dass unweit des Hauses eine Moschee gebaut werde. Beim Richtfest übte Gellinek Kritik an der Demo der Rechtsradikalen vor wenigen Wochen. „Wenn das Gebäude eine Seele hat, so hat es den Vorbeimarsch sicher belächelt. Mit diesem Haus wollen wir gegen jegliche Bestrebungen von Ausgrenzung angehen.”

Räume werden schon ausgebaut

Das „H2I” ist das größte Projekt im Aachener Osten. Fast elf Millionen Euro werden in den Umbau und die Umnutzung von 10.000 Quadratmetern Nutzfläche investiert. In den angrenzenden Hallen sollen Sportstätten entstehen, auf dem Außengelände werden Parkplätze gebaut und ein Zugang zum Kennedy-Park ermöglicht.

Den Dachstuhl haben die Zimmermänner schon fast fertig gestellt. Jetzt werden die Fenster eingebaut und die Wärmedämmung angebracht. „Dann können wir mit dem Innenausbau loslegen”, sagt Gellinek. Dabei würden natürlich die Belange derer berücksichtigt, die Leben in die Räume bringen werden. Auch der Innenausbau des künftigen Stadtarchivs kann nun vorangetrieben werden.

Das ist bisher unter räumlich begrenzten Bedingungen im Grashaus am Fischmarkt untergebracht. „Die Stadt muss Butter bei die Fische tun, um das Archiv hier wirklich aufleben zu lassen”, fordert Bürgermeisterin Margrethe Schmeer, die auch Vorsitzende des Betriebsausschusses Kultur ist. Das Archiv müsse sich im „H2I” gut präsentieren können, um eine gemeinsame Identifikation mit dem Wohnort Aachen zu ermöglichen.
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