Gute Chancen für junge Leute

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Gute Aussichten für junge Leute auf Lehrstellensuche. Der drohende Fachkräfte-Mangel hat im Raum Aachen erstmals spürbar positive Effekte für die Bewerber.

Nie zuvor wurden so früh im Jahr so viele Ausbildungsverträge abgeschlossen. „Das Gerangel um die Fachkräfte beginnt”, sagt Heinz Gehlen, bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen verantwortlich für den Bereich Berufsbildung.

Er schließt das aus den aktuellen Zahlen des Monats Januar: 578 Ausbildungsverträge wurden alleine in den ersten vier Wochen des Jahres unterschrieben, was einer Steigerung von 25,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Ein solches Plus habe er noch nie erlebt, sagt Gehlen. „Das zeigt, dass die Firmen sehr früh und sehr intensiv unterwegs sind, um sich den Nachwuchs zu sichern.”

Nicht anders sieht es im Beritt der Aachener Handwerkskammer aus, wo sich mit 122 abgeschlossenen Verträgen ebenfalls überdurchschnittlich viele junge Leute bereits im Januar einen Ausbildungsplatz sichern konnten.

„Die Fachkräfte-Diskussion ist endgültig in den Köpfen angekommen”, liest auch Elmar Brandt, Pressesprecher der Handwerkskammer, aus den Zahlen ab. „Alle Betriebe schauen so früh wie möglich, gute Leute zu kriegen. Wer jetzt ausbildet, hat in drei Jahren gute Fachkräfte.”

Vermutlich spielen auch die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr eine Rolle. Denn während in früheren Jahren stets gefragt wurde, wie viele Bewerber noch keine Stelle gefunden haben, konnte 2010 erstmals geschaut werden, wie viele Stellen unbesetzt waren. Für mehr als 100 Stellen im Handwerk habe es keine geeigneten Bewerber gegeben, sagt Brandt.

So sind gute und zuverlässige Schüler derzeit die eindeutigen Gewinner des demographischen Wandels. Brandt: „Der Kampf um die Köpfe ist voll im Gange.” Immer mehr Firmen versuchen, sich die Rosinen rauszupicken und freie Stellen so früh wie möglich zu besetzen. In Schulen und auf Messen werben die Betriebe zunehmend für ihr Handwerk.

Bäcker und Fleischer haben nach wie vor die größten Nachwuchssorgen. Schwer beliebt sind bei den Jungen KFZ-Berufe und bei den Mädchen das Friseurhandwerk. Die IHK registriert einen starken Trend in die kaufmännischen Berufe, weniger beliebt sind die gewerblich-technischen Ausbildungsberufe.

„Am Geld kann das nicht liegen”, sagt Gehlen, „da wird gut verdient.” Das Problem heißt eher: Mathematik. Das Grundlagenfach für alle technischen Berufe steht bei vielen Schülern nicht hoch im Kurs.
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