Aachen - Gute Aachener: 2000 Kisten für die Tafel gepackt

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Gute Aachener: 2000 Kisten für die Tafel gepackt

Von: Georg Dünnwald
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Seit Jahren unterstützt die Firma Tivoli-Umzüge die Aachener Tafel bei der Annahme der Weihnachtskisten durch einen flexibel einsetzbaren Umzugslift. So ist es leichter für die vielen schleppenden Helfer.
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Liebevoll gepackte Kisten warten auf ihre Abnehmer im Ballsaal des Alten Kurhauses.
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Jutta Schlockermann ist zufrieden. Die Aachener haben wieder 2000 Pakete für ihre Kunden abgegeben.

Aachen. „Es ist gar nicht so einfach, eine solche Sache eine so lange Zeit erfolgreich über die Bühne gehen zu lassen“, sagt Jutta Schlockermann von Aachener Tafel über die Weihnachtskisten-Aktion, für die die Hilfsorganisation gemeinsam mit den „Aachener Nachrichten“ und dem WDR um Lebensmittelpakete für Menschen bittet, für die es finanziell unmöglich ist, ein Festmahl zum Christtag zu bereiten.

Vor neun Jahren baten die Vorsitzende der Aachener Tafel und ihre Mitstreiter erstmals um eine Spende für die ärmsten Öcher. „Damals war deren Anteil an der Bevölkerung noch relativ gering. Heute decken wir einen Teil des Lebensmittelbedarfs der armen Leute, die durch die Hartz-IV-Gesetzgebung ganz schön gebeutelt sind. Damals haben wir uns gegründet. um mal das eine oder andere Extra bedürftigen Personen zukommen zu lassen.“

Gestern kamen wieder rund 2000 Weihnachtskisten zusammen, die die Aachener liebevoll mit vielen Leckereien packten. „Vor neun Jahren reichten noch 600 Pakete aus“, erinnert sich Jutta Schlockermann. Mehr und mehr gehen die Spender dazu über, auch Spielzeug und Kinderbücher, Weihnachts-CDs und Spiele mit einzupacken. Aber nach wie vor überwiesen die Delikatessen, die erst ein festliches Mahl zu dem werden lassen, was es an Weihnachten sein sollte.

Viele Helfer braucht die Tafel, um am Abgabetag der Pakete so viele Kisten in die erste Etage des Alten Kurhauses zu schaffen. Teilweise geht es per Umzugslift von der Straße in den prächtigen Ballsaal. Der Barocksaal soll am Donnerstag die richtige Atmosphäre schaffen, wenn die Familien und Alleinstehenden ihre Kisten abholen.

250 St. Ursula-Schülerinnen

250 Schülerinnen des Mädchengymnasiums St. Ursula greifen den 65 Tafel-Freiwilligen unter die Arme. So wie Julia Ramrath, Sophie Wynands und Theresa Nolles: Sie schleppen wie die restlichen 247 jungen Damen Pakete die Treppe hoch, sie stehen in Gruppen am Fenster, um die per Lift hochgekarrten Kisten in Empfang zu nehmen und nach Anweisung im Saal, in dem sonst Bälle für den etwas betuchteren Teil der Öcher, diese an die richtigen Stellen zu drapieren. Schichtweise sind die Schülerinnen aus den achten bis zehnten Klassen in der Komphausbadstraße, etwa zwei Schulstunden lang sind sie mit von der Partie. „Ich kann die Schülerinnen nur loben, die setzen sich sehr ein“, sagt Jutta Schlockermann bei einer Tasse Kaffee in der angrenzenden Küche des Ballsaals. Aber auch vier Männer aus Somalia sind bei der Kistenannahme dabei. Es handelt sich um Ressetlement-Flüchtlinge, die von der Flüchtlingsorganisation der UNO, (UNHCR), als besonders gefähdet eingestuft sind und deshalb einen besonderen Status als Asylnehmer genießen.

„Wir sind glücklich, dass die Coda-Apotheken und die Wof-Filialen ebenfalls Pakete für uns angenommen haben“, zeigt sich die Vorsitzende der Tafel hoch erfreut. Sie hat sich auch darüber gefreut, dass viele Organisationen und auch Grundschulklassen und Kindertagesstätten liebevoll Kisten packten und auch Grußkarten dazu legten. „Das Justizzentrum hat Kisten geradezu gesammelt“, weiß sie. Mehrfach musste am Mittwoch der weiße Justiz-Bulli vorfahren, um die Masse der Kisten überhaupt transportieren zu können.

Den Aachenern, die mal eben ein Paket per Auto vorbeibringen wollten, wurde es am Mittwoch leicht gemacht. Ein kurzer Stopp, schnell den Kofferraum geöffnet, die Kiste raus dem Wagen, dann konnten die Spender auch schon wieder abfahren. Staus wurden nicht gemeldet. Heute, ab 10 Uhr, werden die Weihnachtskisten der Öcher für Öcher verteilt.

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