Aachen - Guaia Guaia gehen „Deal mit dem Teufel“ ein

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Guaia Guaia gehen „Deal mit dem Teufel“ ein

Von: Verena Richter
Letzte Aktualisierung:

Aachen. In der kommenden Woche hat es der Musikliebhaber wahrlich nicht leicht, ist der Terminkalender doch schon ohne September Special pickepacke voll. Etwas ganz Außergewöhnliches erlebt er bereits am Donnerstagabend im Musikbunker.

Dort treten Guaia Guaia auf. Seit 2010 touren Elias Gottstein und Carl Luis Zielke auf selbstgebauten Fahrrädern durch die Lande und treten als Straßenmusiker überall da auf, wo sie gerade auftreten möchten. Eine Genehmigung dafür haben sie in der Regel nie und deshalb spielen sie immer genau so lange, bis die Polizei anrückt.

Wie die beiden 23-Jährigen erklären, wollten sie testen, ob sie es schaffen, die Passanten dazu zu bringen, ihnen zuzuhören. Ob sie es schaffen würden, die Leute zu begeistern, damit sie ihnen Geld für ihre Musik zahlen. Denn das war der eigentliche Plan, Elias Gottstein und Carl Luis Zielke wollen von ihrer Musik leben – und zwar nur von ihrer Musik, ohne weiteren Nebenjob oder sonstiges „Sicherheitsnetz“. Mutig – oder verrückt – wie die beiden sind, haben sie auch ihren festen Wohnsitz aufgegeben, übernachten seitdem bei Freunden, Bekannten, Fans und Wildfremden. Und klappt das nicht, quartieren sich die beiden auch schon mal in leerstehenden Wohnungen oder Häusern ein, denn Leerstand gebe es genug. „Solange Wohnraum eine Ware ist, mit der man Geld erwirtschaften kann, wird sich an diesem Umstand auch nichts ändern“, erklären die Musiker.

Wie dieses Leben funktioniert, zeigt der Film „Unplugged: Leben Guaia Guaia“, der am Donnerstagabend im Apollo Kino vor dem Konzert gezeigt wird und ab nächster Woche ins Programm aufgenommen wird. Der Regisseur und Filmemacher Sobo Swobodnik begleitete die Band zwei Jahre auf ihrer abenteuerlichen Reise durch die Fußgängerzonen des Landes.

Beim Bundesvision Song Contest

Nach der Fernsehdokumentation erhielten Guaia Guaia einen Plattenvertrag bei einem großen Label – „ein Deal mit Teufel“ wie Guaia Guaia selbst sagen. „Eine Revolution ist viel zu wenig“ heißt das Werk, das nach drei Independent- Produktionen bereits das vierte Album der Gruppe ist.

Guaia Guaia, die beim Bundesvision Song Contest antreten, sehen in dem Album keinen Bruch mit den eigenen Werten sondern einen logischen Schritt. „Es ist die logische Konsequenz einer Denkweise von uns und unserem Umfeld. Einer Denkweise, die oberflächlichen Erfolg im Rahmen der gesellschaftlichen Konventionen zu erlangen versucht. Anders gesagt: wir wollen Veränderungen ohne uns selbst zu ändern“, sagt Carl Luis Zielke.

Und wie klingt so eine Band? Sie selbst nennen ihren Stil „halb-elektronischen Anarcho-Pop“ oder „Kommerz-Punk“, mal klingt es ein mehr nach Pop, mal nach Hip Hop, mal etwas mehr nach Ska oder Reggae. Carl Luis Zielke spielt Posaune, Elias Gottstein E-Gitarre, der Beat kommt vom Computer.

Die Texte sind deutschsprachig, hintersinnig und oftmals lustig, die Musik selbst ist sehr gut tanzbar und zusammengefasst ist das Gesamtpaket Guaia Guaia irgendwie schrill und auf jeden Fall außergewöhnlich. Die Band verspricht: „Gezappel, Gesinge, Emotionen, was halt so geht. Man kann halt kommen und sich selbst hinterfragen, oder auch nicht hinterfragen. Beides geht.“

Wer das nun mal selbst erleben möchte, das Konzert im Musikbunker beginnt um 20 Uhr.

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