Aachen - Grundschule Michaelsbergstraße: Fehlgeleitete E-Mail sorgt für großen Ärger

Grundschule Michaelsbergstraße: Fehlgeleitete E-Mail sorgt für großen Ärger

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Aachen. Mit E-Mails ist das so eine Sache. Sie sind schnell geschrieben und schnell verschickt. Und wenn man nicht aufpasst, landen sie im falschen Postfach. So ist nun eine E-Mail des SPD-Ratsherrn Bernd Krott, die er vor der Sitzung des Schulausschusses an seinen Kollegen von der CDU, Holger Brantin, schicken wollte, an den falschen Adressaten versandt worden.

„Bitte nicht schwanken! Die Argumente der Schulpflegschaft kann man in der Luft zerreißen“, heißt es in der E-Mail, die unserer Redaktion vorliegt. Die E-Mail ging jedoch nicht an Holger Brantin, sondern an Nico Dreher von eben jener Schulpflegschaft.

Gemeint ist die Schulpflegschaft der Grundschule Michaelsbergstraße in Burtscheid. Diese kämpft als Vertretung der Elternschaft seit Wochen gegen die Umbaupläne der Stadt. Die Stadt möchte den Schulkomplex an der Straßenseite um ein großes Atrium erweitern und mit Wohnbebauung aufstocken. Das passt der Elternschaft gar nicht: Der geplante Umbau, der im Übrigen zu klein sei, genüge nicht den Bedürfnissen der Schüler. Statt Atrium sei eine Mensa wichtiger. Durch Wohnbebauung auf dem Schulgelände sei Ärger programmiert.

Das Thema soll in der kommenden Woche im Schulausschuss behandelt werden, nachdem der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss den Fall von der Tagesordnung genommen hat. Auch die Elternschaft möchte an der Sitzung teilnehmen.

Und nun die E-Mail, auf die Nico Dreher für die Schulpflegschaft antwortete. Nicht nur an Bernd Krott, sondern an mehrere politische Akteure. Man wolle die Aussage von Krott nicht unkommentiert lassen. „Wir Eltern erleben den Schulalltag zusammen mit unseren Kindern fünf Mal in der Woche und können daher recht gut einschätzen, welche Bedürfnisse die Schule hat“, heißt es in der E-Mail. Dass Krott fraktionsübergreifend die Argumentation der Eltern als nichtig darzustellen versuche, sich in persönlichen Gesprächen jedoch konstruktiv gebe, „widerspricht komplett unserem Verständnis eines fairen Umgangs in einer demokratischen Gesellschaft, in der sich die Bevölkerung an Entscheidungsprozessen beteiligen soll“, heißt es weiter.

„Hätte nicht passieren dürfen“

Auf Anfrage der „Nachrichten“ erklärt Bernd Krott: „Das hätte mir nicht passieren dürfen.“ Für den Tonfall in der E-Mail, die keinesfalls für die Kommunikation mit den Eltern gedacht gewesen sei, entschuldige er sich. Dennoch: „Inhaltlich stimme ich mit den Ansichten der Elternschaft nicht überein.“ Die Argumentation, dass die Stadtverwaltung weder Schule noch Elternschaft in den Prozess eingebunden habe, lasse er nicht gelten. „Meines Wissens nach ist die Schule von Anfang an mit eingebunden gewesen“, so Krott.

Dass der Neubau einer Mensa sehr viel schwieriger sei als der aktuell geplante Bau eines Atriums sei der Schule deutlich gemacht worden. „Die Hygienevorschriften für eine neue Mensa sind viel strenger als für eine bestehende Mensa“, sagt Krott. Auch sei es nicht richtig, dass die Aufstockung durch Wohnungen jeglicher Spielraum für eine künftige Erweiterung der Schule verloren gehe.

Die Sitzung des Schulausschusses beginnt am Dienstag, 17. Oktober, um 17 Uhr im Depot an der Talstraße.

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