Grüner Weg wird nur ein bisschen grüner

Von: Werner Czempas
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Eine Allee sieht anders aus: Beim nun anstehenden Umbau des Grünen Wegs sollen immerhin 13 neue Bäume gepflanzt werden. Von der ursprünglichen Idee einer intensiven Begrünung mussten die Planer jedoch Abstand nehmen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Elf Jahre wurde geplant und geplant und geplant. Jetzt soll die Sache nach einem einstimmigen Beschluss der Bezirksvertretung Aachen-Mitte endlich in die Gänge kommen: Der Grüne Weg soll im kommenden Jahr umgebaut werden. Die Kosten für den knapp 1,4 Kilometer langen Abschnitt zwischen Lombardenstraße und der Kurve vor dem Prager Ring sind mit 3,3 Millionen Euro kalkuliert.

Der Grüne Weg erschließt zwischen und parallel zur Krefelder und Jülicher Straße ein großes Gewerbegebiet. Aber die Straße ist sichtbar in die Jahre gekommen. Die Fahrbahn aus den 60er Jahren ist marode. Auch die Gehwege und Parkstreifen sind in baulich schlechtem Zustand. Die beiden Bushaltestellen Am Gut Wolf und Lukasstraße (Linie 34 mit täglich mehr als 60 Bussen) liegen kümmerlich. Sie sind nicht barrierefrei und stadtauswärts haben sie keine Wartehäuschen. Radwege existieren überhaupt nicht.

Ein Umbau ist also dringend erforderlich. Die alte Absicht aber, den Grünen Weg auch zu einem grünen zu machen, muss aufgegeben werden. Ver- und Entsorgungsleitungen liegen so extrem dicht im Straßenraum, dass die geplante intensive Begründung nicht möglich ist. Gleichwohl freute sich Straßenbau-Abteilungsleiterin Regina Poth in der Bezirksvertretung: „Beim Umbau wird kein Baum gefällt.“ Was wenig wundert, denn: Bislang steht weit und breit auch nur einer. Zwischen Am Gut Wolf und Lukasstraße sollen beidseitig aber 13 neue Bäume gepflanzt werden, damit zumindest auf 200 Metern ein „Alleecharakter“ entsteht.

Abschminken muss sich die Stadt auch das alte Konzept, an der Einmündung Am Gut Wolf einen Kreisverkehr anzulegen. Der dazu erforderliche Grunderwerb war nicht möglich. Vor allem der SPD-Verkehrsexperte Patrick Deloie bedauerte das. Ein Kreisverkehr hätte verkehrsberuhigend auf der leider von vielen als „Rennstrecke mit freier Sicht“ empfundenen Straße gewirkt. Deloie empfahl der Verwaltung deshalb, über verkehrsberuhigende Maßnahmen „noch einmal nachzudenken“.

Verkehrsberuhigende Maßnahmen seien vor allem für die Sicherheit der Fahrradfahrer erforderlich. Denn beim Umbau des Grünen Wegs sollen auf beiden Straßenseiten 1,50 Meter breite Schutzstreifen für den Radverkehr markiert werden. Zwar darf dieser Schutzraum „nur bei Bedarf“ vom Kfz-Verkehr mitbenutzt werden, Deloie befürchtet dennoch „Probleme für die Radfahrer“. Mit den beidseitigen Schutzstreifen für den Radverkehr würde eine Lücke im städtischen Radwegenetz geschlossen. Der Grüne Weg ist im „Maßnahmenplan Radverkehr der Stadt Aachen“ als Streckenbestandteil des neuen „Bahntrassenradwegs“ zwischen Aachen und Jülich vorgesehen.

Die Verkehrsmanager erwarten „durch die Integration des Grünen Wegs in den neuen Bahntrassenradweg Aachen-Jülich eine Zunahme des Radverkehrs“. In der Bezirksvertretung Mitte gab sich auch Helga Gaube (Grüne) optimistisch: „Die Anlage der neuen Radwege im Grünen Weg ist wichtig. Zu hoffen ist, dass dadurch andere Verkehre geringer werden.“

Über den Umbau Grüner Weg entscheidet der Mobilitätsausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 10. April. Sie beginnt um 17 Uhr in Sitzungssaal 170 im Verwaltungsgebäude Marschiertor.

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