Aachen - Grüne: Wahlkampf mit rollender Kaffeemaschine

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Grüne: Wahlkampf mit rollender Kaffeemaschine

Von: Werner Breuer
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Kaffee mit Milch, Zucker und Wahlprogramm: Elisabeth Paul, Katrin Feldmann, Gisela Nacken und Ulla Griepentrog (von links) ziehen für die Grünen mit einem speziellen Lastenfahrrad durch die Stadt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein Fahrrad war bei den Grünen natürlich zu erwarten, aber dieses Wahlkampf-Mobil hat es in sich: Das dreirädrige E-Bike hat eine Transportkiste mit integriertem Wassertank, eine versenkbare Kaffeemaschine und praktische Fächer für all die Broschüren, und sinnigen Präsente, mit denen die Partei um Wählerstimmen wirbt. „Das kommt gut an“, berichtet OB-Kandidatin Gisela Nacken, „besonders der Kaffee.“

An den Wahlkampf-Touren mit der mobilen Kaffeemaschine hat auch Ulla Griepentrog ihren Spaß. „Man ist unglaublich mobil“, findet die Spitzenkandidatin für den Stadtrat. Ohne Parkplatzsorgen geht es frühmorgens zum Markt, später wird Berufspendlern am Bahnhof der Kaffee serviert, danach rollt das E-Bike etwa in die Außenbezirke.

„Das kommt sympathisch rüber“, hat Griepentrog festgestellt. Und auch bei ernsten politischen Themen kann etwas gute Laune ja nicht schaden. Das etwas andere Wahlkampf-Mobil erhöhe die Freude an der Kampagne, meint Katrin Feldmann, die Vorstandssprecherin des Ortsverbands. „Man kommt gut mit den Leuten ins Gespräch“.

Zum Beispiel über die grünen Vorstellungen in Sachen Energie und Klimawandel: Langfristig soll nach ihren Vorstellungen der Strom vollständig aus erneuerbaren Quellen fließen. Um darüber mit Passanten ins Gespräch zu kommen, verteilen die Grünen „Tabletten“ namens „Tihange forte“. Die Auflösung steht schon auf der Verpackung: Bei einem Reaktorunfall im nicht weit von Aachen entfernten belgischen Atomkraftwerk Tihange würden Jodtabletten an die Bevölkerung verteilt, „Diese werden Ihnen dann genauso wenig helfen wie die Pfefferminzbonbons in dieser Packung“.

Das Thema stoße auf großes Interesse, berichtet Gisela Nacken. Und Elisabeth Paul, Spitzenkandidatin der Grünen in der Städteregion, meint, dass es „die Leute geradezu elektrisiert“.

Die Gespräche beim Kaffee am Fahrrad will Ulla Griepentrog jedoch nicht im Sinne eines „Wahlkampf als Wunschkonzert“ missverstanden wissen. Es könne nicht darum gehen, dass jeder Bürgerwunsch umgehend zur politischen Forderung erhoben werde. „Es gibt unterschiedliche Interessen“, beton Gisela Nacken und verweist etwa auf das Durchfahrtsverbot am Elsassplatz. Das könne man nicht einfach „auf Zuruf ändern“.

OB-Kandidatin Nacken sieht Aachen als „junge Stadt“, vor allem wegen der Hochschule. Junge Leute sollten nach ihrer Ansicht hier ein passendes kulturelles Angebot vorfinden. Beim Wohnungsbau müsse dafür gesorgt sein, dass Studierende nicht junge Familien mit Kindern am Markt verdrängen.

Das junge Wahlvolk haben die Grünen auch bei ihrer Kampagne im Blick. So ist am Samstag, 17. Mai, ein Skater-Wettbewerb auf dem Markt geplant, ein DJ sorgt für das musikalische Rahmenprogramm. Und auch den Abschluss der Kampagne am Vorabend des Wahlsonntags bestreiten Schülerbands aus der Region.

Tags darauf steht bekanntlich nicht nur eine Kommunalwahl an, sondern auch die Wahl zum Europaparlament. Darauf stimmen die Grünen am kommenden Samstag, 3. Mai, mit einer Kochaktion am Dreiländereck ein. Unter dem Motto „So schmeckt Europa“ wird Reinhard Bütikofer gemeinsam mit den Spitzenkandidaten aus Belgien und den Niederlanden ein Drei-Gänge-Menü servieren.

Den Kochlöffel übernimmt am Samstag, 17. Mai, auf dem Bio-Markt am Münsterplatz die EP-Spitzenkandidatin Rebecca Harms. Überhaupt ist es eine recht kulinarische Kampagne. So bitten die Grünen am Sonntag, 18. Mai, zum „Viertel-Frühstück“. Auf der Bismarckstraße wird ein möglichst langer Tisch gedeckt. Die Grünen sorgen für die „Grundausstattung“, erklärt Katrin Feldmann, den musikalischen Rahmen organisiert die Band „Wolke“ und die Frühstücksgäste sollen das richtige Gemeinschaftsgefühl beisteuern.

Mit der Versorgung einer womöglich 100 Meter langen Tafel dürfte das Wahlkampfkaffeefahrrad allerdings etwas überfordert sein.

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