Aachen - Grüne überraschend gegen geplanten Kirchenneubau

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Grüne überraschend gegen geplanten Kirchenneubau

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Grünen wollen sich überraschend gegen den geplanten Kirchenneubau an der Vaalser Straße aussprechen. Dies teilten sie Vertretern der evangelischen Kirche am Montag mit. Pfarrer Mario Meyer zeigte sich überrascht, er hofft nun weiterhin auf die Zustimmung der übrigen Ratsfraktionen.

Insbesondere klimatische Gründe sprechen aus Sicht der Grünen gegen die geplante Bebauung des Grundstücks gegenüber der Einmündung des Pariser Rings. Das dort angrenzende Dorbachtal sei laut gesamtstädtischem Klimagutachten ein „sensibler Raum“, sagt die umweltpolitische Sprecherin Sabine Göddenhenrich. Es gehöre zu den „als Kaltluftschneisen besonders wirksamen Bachtälern des Aachener Talkessels“. Nach Ansicht der Grünen müsse die Fläche daher von Bebauung freigehalten werden – gerade auch, weil im Zuge des Klimawandels die Zahl heißer Tage künftig zunehmen werde. Zudem sei die Grünfläche einst auch als Ausgleichsfläche für die Justizvollzugsanstalt an der Krefelder Straße eingetragen worden. „Für eine glaubwürdige zukünftige Stadtplanung ist es wichtig, einmal ausgewiesene Ausgleichsflächen zu erhalten und nicht durch neue Bebauung zu belasten“, argumentieren die Grünen.

Für die evangelische Kirche kommen die Einwände überraschend, wie Pfarrer Meyer mitteilt. „Wenn uns die Stadt und die Umweltbehörden nicht signalisiert hätten, dass eine Bebauung möglich ist, hätten wir die Planungen erst gar nicht so weit vorangetrieben.“ Denn längst hat der Kirchenkreis das Grundstück gekauft und auch einen Architektenwettbewerb abgeschlossen. Rund 2,6 Millionen Euro sind für den Neubau von Kirche und Gemeindezentrum veranschlagt, in dem zwei Gemeinden zusammengeführt werden sollen. Der Baubeginn ist für kommendes Frühjahr geplant.

Das Umweltamt habe im Vorfeld zwar zahlreiche Auflagen gemacht, die Realisierung an der Stelle jedoch stets für möglich gehalten, sagt Meyer. „Wir werben für dieses Projekt, für uns ist es sehr wichtig.“ Andere Grundstücke seien im Moment nicht denkbar. „Wir können unsere Pläne jetzt nur weiterverfolgen und auf mehrheitliche Zustimmung hoffen.“

Tatsächlich scheinen die anderen Fraktionen die Baupläne bislang weniger kritisch zu sehen als die Grünen. So gab es vor einem Jahr im Planungsausschuss viel Zustimmung für den prämierten Entwurf des Berliner Architektenbüros Weinmiller. Ob er nun tatsächlich umgesetzt werden kann, soll sich im nächsten Planungsausschuss am 5. Dezember zeigen.

Die Grünen sind eigenem Bekunden zufolge wild entschlossen, für ihre Position um Mehrheiten zu kämpfen. „Kaltluftschneisen sind nicht verhandelbar“, sagen sie. Zudem sei der Boden im Plangebiet „besonders schutzwürdig“, und die Bachaue habe „große ökologische Bedeutung“.

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