Aachen - Grüne stehen voll hinter Gisela Nacken

Grüne stehen voll hinter Gisela Nacken

Von: Wolfgang Schumacher
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Grünen-Sprecherin Katrin Feldmann (links) gratulierte der frisch gewählten Oberbürgermeister-Kandidatin Gisela Nacken. Die überzeugte Radlerin bekam zweckmäßiges Zubehör für ihr Biker-Outfit, darunter beispielsweise ein hellgrünes Regencape. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Mit großer Mehrheit haben sich die Grünen für die Kandidatur der städtischen Planungs- und Baudezernentin Gisela Nacken ausgesprochen. Unter großem Applaus erhielt die OB-Kandidatin 88 Prozent der Stimmen und damit eine klare Rückendeckung.

Sie wird nun am 25. Mai als Frontfrau ins Rennen um das Oberbürgermeisteramt geschickt. Die Grünen wählten am Samstag auch ihre Kandidaten für die Bezirksvertretungen und den Aachener Stadtrat. Die Umweltpartei ist nach wie vor in Aachen gut aufgestellt und hatte ihre Hausaufgaben für die Wahlversammlung in den Kurpark-Terrassen gemacht. Bereits nach einer Stunde waren die Kandidatenlisten für die Besetzung der Bezirksvertretungen trotz des komplizierteren, neuen Wahlverfahrens abgewickelt – stimmberechtigt sind nur Anwesende, die auch dort wohnen. In den Listen gab es keine personellen Überraschungen, die Tableaus gingen bis auf einen Kandidaten in Kornelimünster/Wahlheim ohne Probleme durch.

Die Nacken-Rede

In ihrer Vorstellungsrede betonte Nacken, man könne jetzt nach 30 Jahren grüner Politik in der Stadt deutlich die Handschrift der Umweltpartei sehen. Sicher sei sie eine Kandidatin, die polarisiere, wie man an der öffentlichen Diskussion in den Medien um die Windräder im Münsterwald sehen könne. Doch sie habe „ein dickes Fell“, sagte sie und sei aus ihrer aktiven politischen Zeit im Düsseldorfer Landtag noch einiges gewohnt. „Wenn ihr das mit mir durchhalten wollt, dann machen wir das“, rief sie unter Beifall aus.

Falls die Grünen das mittragen wollten, dann sei sie die richtige Kandidatin. Ob sie denn als Frau Angst vor den kommenden Anforderungen habe, sei sie gefragt worden. Sie habe natürlich vor nichts Angst, höchstens Respekt vor dem Amt. „Vor meiner ersten Karlspreisrede“, sagte sie schmunzelnd, „da hätte ich großen Respekt.“

Angriffe auf SPD

Im übrigen sei das einzige Amt, das in Aachen notwendigerweise nur von einem Mann bekleidet werden könne, alleine das des Karnevalsprinzen, Applaus im Saal. Nacken richtete scharfe Angriffe auf die SPD. Die Sozialdemokraten hätten den Grünen vorgeworfen, in den letzten vier Jahren nur Stillstand produziert zu haben. Wo die denn leben würden, fragte sie, man solle sich doch nur in der Stadt umschauen und dies „nicht nur bei den steinernen Projekten“. Sie sei stolz, dass Aachen mit den Hochschulen und ihren Studenten solch eine liberale Stadt“ sei, in der es eine rege Bürgerbeteiligung gebe. Das sei gut so, auch wenn man das Projekt Campusbahn dadurch verloren habe. Zur Innenstadt sagte sie weiter: „Wir könen dort nicht endlos verdichten.“ Man werde im Umfeld der Neuordnung am Bushof versuchen, wieder „freie Flächen“, sprich mehr Grün, für den Bürger zu schaffen.

Die Spitzenkandidatin für die Reserveliste, Ulla Griepentrog, wurde ebenso wie Nacken mit großer Mehrheit (53 von 60 Stimmen) gewählt, die schulpolitische Sprecherin brach in ihrere Rede eine Lanze für die Inklusion. Der Zweitplatzierte der Liste ist der planungspolitische Sprecher Michael Rau, der parteilose Architekt konnte 44 Ja-Stimmen auf sich vereinigen.

Kampf um Platz sechs

Dann wurde Bürgermeisterin Hilde Scheidt auf dem dritten Platz als ausgewiesene Sozialpolitikerin bestätigt, es folgten Hermann Josef Pilgram und Tina Hörmann. Auf Platz sechs kam es zu einer Kampfkandidatur, die der Grünen-Geschäftsführer Jochen Luczak in zwei Wahlgängen verlor. Es setzte sich der weniger bekannte 44-jährige Wilfried Fischer (Hangeweiher) mit 39 Ja-Stimmen durch. Die Verjüngung der Führungsriege war ein wiederkehrendes Thema auf der Versammlung, Fischer scheint davon profitiert zu haben. Geschäftsführer Luczak rutschte auf Platz zehn.

Ganz zurückgezogen hat sich der grüne Verkehrspolitiker Roland Jahn. Er führte rein persönliche Gründe für seine Nicht-Kandidatur an.

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