Aachen - Grüne fordern rollstuhlgerechten elektronischen Stadtplan

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Grüne fordern rollstuhlgerechten elektronischen Stadtplan

Von: Amien Idries
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mal eben von der Neupforte zum Marktplatz? Für einen Fußgänger kein Problem. Für Rollstuhlfahrer hingegen ist, nachdem sie mit der Steigung und dem Kopfsteinpflaster der Pontstraße gekämpft haben, kurz vor dem Erreichen des Marktes Endstation.

Sofern sie niemanden finden, der sie die Rampe hinaufschiebt, heißt es: Umkehren und eine Alternativroute suchen.

Um Besuchern solche frustrierenden und zeitraubenden Erfahrungen zu ersparen, hat die Ratsfraktion der Grünen einen Antrag in den Stadtrat eingebracht. Die Forderung: Die Verwaltung möge beauftragt werden, eine Konzeption für einen rollstuhlgerechten elektronischen Stadtplan zu erarbeiten.

„Ich bin durch einen Medienbericht auf ein ähnliches Konzept in Koblenz aufmerksam geworden”, berichtet Ratsfrau Hilde Scheidt, „dort können Navigationsgeräte ausgeliehen werden, die Rollstuhlfahrern den Weg durch die Stadt weisen.” So werden beispielsweise kritische Straßenbeläge oder extreme Steigungen angezeigt und rollstuhlgerechte Restaurants ausgewiesen.

Die preisgekrönte Idee zum sogenannten „Navibil” stammt von Sophie und Marie Scholz. Die beiden Schülerinnen haben für die gesamte Koblenzer Innenstadt rollstuhlrelevante Daten gesammelt und die Software damit gefüttert.

„Die Software wurde vom Fraunhofer Institut entwickelt und müsste von der Stadt erworben werden”, erläutert Georg Hilfrich, sachkundiger Bürger im Sozial- und Gesundheitsausschuss, „hinzu kämen die Kosten für die Erfassung und Verarbeitung der Daten.” Insgesamt rechne man mit Ausgaben von einigen 1000 Euro. „Wir denken, dass sich das Navibil gut kombinieren lässt mit dem Audioguide, der im Zusammenhang mit der Route Charlemagne geplant ist”, so Hilfrich. So ließen sich unter Umständen Kosten reduzieren.

Nach unserem Antrag rechnen wir mit einem konkreten Vorschlag der Verwaltung noch vor den Sommerferien”, so Scheidt. Dann ginge es darum, die Pläne in die Tat umzusetzen. Hierzu schwebt der Bürgermeisterin eine Art runder Tisch vor, an dem vor allem die verschiedenen Behindertenverbände vertreten sein sollen.

„Ich bin mir sicher, dass es über die Navigationsgeräte hinaus noch weitere Ideen gibt, wie man unsere Stadt für behinderte Besucher attraktiver machen kann”, sagt Scheidt, „um solche Möglichkeiten auszuschöpfen, spricht man am besten direkt mit den Betroffenen.”
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