Grüne: Aachens Förderschulen jetzt sichern

Von: Margot Gasper
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Aachen. Jede Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen muss künftig mindestens 144 Schüler haben, um zu überleben. Jede Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung braucht in der Primarstufe mindestens 33 Schüler, in der Sekundarstufe I mindestens 55 Schüler.

Auch für alle anderen Förderschulen gibt es feste Vorgaben. Letzten Herbst hat das NRW-Schulministerium diese neuen Mindestgrößen festgelegt. Ausnahmen soll es nicht mehr geben.

In Zeiten ohnehin rückläufiger Schülerzahlen an vielen Förderschulen – auch im Zuge der Inklusion – dürfte diese Verordnung die Schullandschaft erneut massiv verändern. In Kraft tritt die neue Regelung allerdings erst zum Schuljahr 2015/16. Die Zeit bis dahin muss Aachen nutzen, finden die Grünen.

In einem Ratsantrag unter der Überschrift „Planungssicherheit für Förderschulen“ fordert die Fraktion „schulorganisatorische Planung“, damit das Förderschulangebot in den verschiedenen Förderschwerpunkten gerettet werden kann. Die Verwaltung möge Wege aufzeigen. Denn nicht jede Schule, die unter die Mindestgröße rutscht, muss geschlossen werden. Das stellt auch das Schulministerium ausdrücklich fest.

Vorgesehen ist zum Beispiel, Schulen zusammenzulegen, Verbundschulen zu gründen und Schulen als Teilstandorte zu erhalten. „Diese Instrumente müssen wir nutzen“, forderten Fraktionssprecherin Ulla Griepentrog und Bürgermeisterin Hilde Scheidt, die den Ratsantrag jetzt erläuterten.

„Wir haben ein Schuljahr Zeit, deshalb müssen wir uns sofort auf den Weg machen“, betont Griepentrog. „Wir müssen den Förderschulen ein organisatorisches Dach geben – und das vor den Sommerferien.“ Das sei auch ein wichtiges Signal an die Adresse der Schulen. Grundsätzlich sei es möglich, Verbünde von Schulen mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten und auch über die Stadtgrenzen hinaus zu gründen. Schließlich stehe die Städteregion als Trägerin von Förderschulen vor den gleichen Problemen.

Drei Schulen schon geschlossen

Die Grünen-Politikerinnen sind überzeugt, dass das Know-how der Förderschulen auch künftig wichtig sein wird. „Zehn bis 15 Jahre lang brauchen wir das Förderschulsystem auch mit Sicherheit parallel zum Gemeinsamen Unterricht in den Regelschulen“, ist Scheidt überzeugt.

Die künftige Mindestgrößen-Regelung hat sich in Aachen schon längst ausgewirkt. Mit Blick auf die zu erwartenden Verordnung wurden im vergangenen Sommer bereits drei der vier städtischen Lern-Förderschulen geschlossen.

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