Großprojekt im Itertal:: Zwei Frauen bilden die Doppelspitze

Von: Achim Kaiser
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Beatrix Hillermann (l.) und Ute Armbruster bilden die Doppelspitze im neuen Hospiz im Itertal. Es soll im Frühjahr 2014 eröffnet werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Eine wichtige Frage mit Blick auf das neue Hospiz ist geklärt: Es wird von zwei Frauen gleichberechtigt geführt. Im Gebäude der ehemaligen Itertalklinik soll das Hospiz mit 14 Plätzen entstehen. Schwerkranke sollen dort in ihrer letzten Lebensphase intensiv betreut werden. Es ist nach dem Haus Hörn das zweite Hospiz in Aachen.

Diplom-Theologin Beatrix Hillermann und Fachschwester Ute Armbruster bilden die weibliche Doppelspitze. Hillermann hat von 2010 bis 2012 das Haus Hörn geleitet. Seit Oktober 2012 ist die 51-Jährige als Mitarbeiterin bei Home Care Aachen in dieses ehrgeizige Projekt integriert. Sie zeichnet verantwortlich für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit: „Ich freue mich, dass ich diese Aufgabe mit Mitarbeitern und Ehrenamtlern weiterentwickeln kann.“ Ihre Kollegin Armbruster übernimmt den Führungspart für die Pflege. Die aus- und weitergebildete Fachschwester war in den vergangenen Jahren ebenfalls bei Home Care für die Koordination in der ambulanten Palliativversorgung tätig.

„Ich habe Chronisch-Kranke lange auf der Intensivstation betreut und immer wieder gedacht: Die müssen doch nicht hier liegen“, sagt die 52-jährige Fachschwester: „Mein Wunsch ist es, dass unsere die Pflege genau auf die Bedürfnisse unserer Gäste abgestimmt ist.“

Dass hängt natürlich auch davon ab, wie viel finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung kommt. Denn zehn Prozent seiner jährlichen Kosten muss Das Hospiz über Spenden einwerben.

Kosten für die Gäste und ihre Angehörigen entstehen nicht, sie werden übernommen von Kranken- und Pflegekasse. „Unser Hospiz ist für alle Menschen zugänglich unabhängig von Glauben, Geldbeutel oder Alter“, betont das Duo. Es sei also nicht nur für Senioren gedacht, sondern auch für junge Leute, die unheilbar erkrankt sind, erläutert Armbruster. Neben dem üblichen Aufenthalt rund um die Uhr soll es für die Gäste auch die Möglichkeit geben, so Hillermann, „nur stundenweise, nachts oder an einigen Tagen bei uns zu sein“. Zudem stünden für Menschen, die schon frühzeitig Sicherheit und Unterstützung suchten, drei betreute Wohnungen zur Verfügung.

Besonders wichtig sei zudem, unterstreicht Beatrix Hillermann, die direkte Verbindung zur ambulanten Palliativversorgung von Home Care, das auch in das Gebäude einzieht: „Sie garantiert eine hohe Durchlässigkeit zwischen ambulanter und stationärer Versorgung je nach Bedürfnis der Betroffenen.“

Warme Atmosphäre

Für die beiden Führungsfrauen ist es quasi „ein Geschenk“, ein Jahr lang bis zur Eröffnung „die Dinge vorbereiten zu können“. Sie wollen den Rahmen vorgeben, Inhalte werden aber mit den Mitarbeitern entwickelt. „Unser Hospiz“, sagt Ute Armbruster, „soll ein Ort der Geborgenheit sein, an dem schwerstkranke und sterbende Menschen bis zum letzten Augenblick in einer warmen und ruhigen Atmosphäre lachen und weinen, leben und sterben können“.

 

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