Großes Vorhaben für die Sicherheit der Radfahrer

Von: Wolfgang Schumacher
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Das Radfahren auf dem komplett
Das Radfahren auf dem kompletten Alleenring soll viel sicherer werden. Die zugehörigen Beschlüsse wurden im Mobilitätsausschuss gefasst. Gisela Nacken sieht in dem Vorhaben „einen Quantensprung” für das Radfahren in Aachen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Auf den Gesichtern im Mobilitätsausschuss herrschte bei Punkt 4 der Tagesordnung Zufriedenheit vor. Alle waren begeistert von den Arbeiten, die in der Verwaltung zum Thema „Radverkehrsanlagen Alleenring, Ausführungsbeschluss” geleistet wurden, übrigens zusammen mit dem ADFC, dem örtlicher Radfahrclub.

Doch eine Person kochte innerlich. Zu Wort meldete sich sofort Dezernentin Gisela Nacken, der die Anwürfe der Vorsitzenden des ADFC, Monika Volkmer, aus der vorigen ­­ Woche anscheinend stark an die Nieren gegangen waren. Volkmer hatte in der Presse angesichts scheinbar geänderte Planung in Bezug auf die Radwegeführung rund um die Normaluhr von „tiefstem Mittelalter” und „Entscheidungen nach Gutsherrenart” (siehe „Nachrichten” vom 21. April) gesprochen.

Davon wollte allerdings die Dezernentin nichts wissen und erklärte: „Es steht niemandem zu, uns als kleine dumme Jungen und Mädchen hinzustellen”, meinte sie empört und wies des Weiteren die Vorwürfe des ADFC zurück, die Verwaltung habe eigenmächtig und ohne gewohnte Absprache mit dem Fahrradclub die Vorlage für den Mobilitätsausschuss geändert. Da hätte, so zürnte die beigeordnete, ein Anruf bei ihr und nicht bei der Presse gereicht. man habe sich aber im nachhinein wieder ausgesprochen und jetzt sei alles wieder gut, sagte sie, ihr Gesicht zeigte noch anhaltende Empörung.

Das mag daran liegen, dass die Grüne Dezernentin sich als Urmutter der Radfahrerinnen und Radfahrer in Aachen fühlt. Selten ist die mit einem Pkw unterwegs, die meisten Termine schafft sie per Rad. So bewertete sie den dann einstimmig gefällten Beschluss mit den Worten: „Die Maßnahmen auf dem Alleenring sind ein Quantensprung für den Radverkehr in Aachen.” Mit dem ADFC, so Nacken weiter, sei man nur „in ganz wenigen Dingen” anderer Meinung.

Im Unterschied zur Planung aus dem Jahr 2010 sollen mit der neuen Wegeführung zehn Bäume erhalten werden. das Baum-Thema hatte an anderer Stelle immer wieder zu wütenden Bürgerprotesten geführt. Bevor nun die Arbeiten am Radwegenetz über den fünfeinhalb Kilometer langen Alleenring beginnen können, muss die zuständige Bezirksvertretung Mitte noch ihre Empfehlung geben. Mit den auch im Bereich Normaluhr geplanten baulichen und wegetechnischen Veränderungen soll die Sicherheit des Radverkehrs deutlich erhöht werden.

Fußgänger in Gefahr

Für die Sicherheit der Fußgänger auf der Salierallee fasste der Ausschuss einen segensreichen Beschluss, einstimmig. Der bisher über den Bürgersteig geführte Radweg wird auf die Straße verlegt und bekommt dort einen Schutzstreifen, ohne Benutzerpflicht. Die im Sommer anstehenden Kanalarbeiten der Stawag werden zum Anlass genommen, das Vorhaben zu verwirklichen.

Ähnliche gilt auch für den Anfangsbereich der Vaalser Straße. Hier auf Höhe des neuen Wohnheims für Körper- und Mehrfachbehinderter e.V. (Haus Nr. 40) sollen eventuell mögliche Kollisionen mit Rollstuhlfahrern vermieden werden. Der Bürgersteig mit dem Fahrradweg ist schmal, die Sicht eingeschränkt. So hat man zunächst die Benutzerpflicht für den Radweg aufgehoben. Diskutiert wurde eine Warnbeschilderung, die die Toreinfahrt zu dem Heim auf dem Stück zwischen Junkerstraße und von-Brandis-Straße kennzeichnen solle. Das wurde verworfen, jetzt wird eine veränderte Fahrbahnaufteilung an dieser Stelle geprüft.
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