Großes Begegnungszentrum in Yunus-Emre-Moschee

Von: Margot Gasper
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Viel Platz unter der Kuppel: Der große Gebetsraum in der neuen Yunus-Emre-Moschee fasst etliche hundert Menschen. Oben auf der geschwungenen Empore beten künftig die Frauen. Foto: Heike Lachmann
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Von den zwölf Wohnungen im Obergeschoss blickt man auf die Glaskuppel. Im Hintergrund das 43 Meter hohe Minarett.

Aachen. Wie viel Platz dieses Haus bietet, wird erst so richtig klar, wenn man es betritt. Die neue Yunus-Emre-Moschee, die an der Stolberger Straße entsteht, braucht allerdings auch viel Platz. Denn sie wird nicht nur Gebetshaus sein, sondern auch Begegnungszentrum im Aachener Ostviertel.

Aynur Özdemir kann viel über das Begegnungszentrum erzählen. Denn die Diplom-Sozialpädagogin, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Yunus-Emre-Moschee, hat das Konzept mit entwickelt. Zusammen mit Süleyman Zembilci vom Vorstand der Gemeinde und Halil Evler, dem Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, führte sie jüngst ein Grüppchen interessierter Aachener durch die Baustelle. Sie waren letztes Jahr mit Oberbürgermeister Marcel Philipp in der Türkei, als dieser Aachens jüngste Städtepartnerschaft mit dem Distrikt Istanbul-Sariyer offiziell besiegelte. Nun wollten sie aus erster Hand erfahren, was die Türkisch-Islamische Gemeinde an der Stolberger Straße entstehen lässt.

„Erstanlaufstelle“ für Senioren

Zentrum der Moschee ist der großzügige Gebetsraum mit der eindrucksvollen Glaskuppel. Aber die eigentliche Moschee braucht nur 20 Prozent des Raums. „80 Prozent des Gebäudes nimmt das Begegnungszentrum in Anspruch“, erläuterte Özdemir den Besuchern. Die Yunus-Emre-Moschee soll Gemeinde- und Stadtteilzentrum sein. „Wir wollen Begegnungsmöglichkeiten und Begegnung schaffen“, so Özdemir. „Deshalb wollen wir für jede Altersgruppe etwas bieten.“

Für Kinder und Jugendliche soll es neben religiöser Bildung auch kreative Angebote, Sport und Musik geben. Auch für Erwachsene ist ein breites Angebot vorgesehen. „Ganz neu in dieser Umgebung“, sagt Özdemir, sei aber die Beratung und Begleitung für ältere Muslime. Hier habe man Bedarf erkannt, deshalb soll in der Moschee eine „Erstanlaufstelle“ etabliert werden. Die bisherige Zusammenarbeit der Moschee mit Verbänden und Vereinen sowie den Beratungsstellen in kirchlicher Trägerschaft soll weiter ausgebaut werden. Da gibt es dann individuelle Beratung, aber auch Freizeit- und Kulturangebote.

Den jüdisch-christlich-islamischen Dialog soll das neue Zen­trum voranbringen. „Das Begegnungszentrum soll auf der Grundlage der Menschenrechte als eine Plattform des gegenseitigen Kennenlernens und des Verstehens dienen“, heißt es im Konzept.

Zwölf Sozialwohnungen

Platz für alle ist da künftig reichlich vorhanden. „Räume haben wir reichlich“, fasst Özdemir zusammen. Die Ausstattung fehlt noch, und auch Personal wird gebraucht. Ehrenamtler werden zwar eine wichtige Rolle spielen, ohne hauptamtliche Kräfte wird das ehrgeizige Programm aber nicht zu stemmen sein. „Zwei ganze Stellen müssten finanziert werden, um das umzusetzen“, erwartet Özdemir. Die Gemeinde werde sich für die Personalkosten auch um öffentliche Gelder bemühen.

Für zwölf Familien wird die neue Yunus-Emre-Moschee auch Wohnadresse. Oben im zweiten Stock entstehen zwölf Sozialwohnungen mit Blick auf die Glaskuppel. Interessenten, die hier gerne einziehen würden, gibt es natürlich längst. Im Keller entsteht neben der Tiefgarage ein großer Mehrzweckraum, der für Feste und Feiern genutzt werden kann. Und im Erdgeschoss ist auch ein „gewerblicher Bereich“ vorgesehen. Die Gemeinde könnte sich hier sehr gut Arztpraxen, eine Apotheke oder ein Anwaltsbüro vorstellen.

Rund vier Millionen Euro – ausschließlich aus eigenen Mitteln der Türkisch-Islamische Gemeinde – sind bisher an der Stolberger Straße verbaut worden. Der Vorstand geht davon aus, dass das Gebäude Ende 2014 offiziell eröffnet werden kann. Aynur Özdemir ist da etwas vorsichtiger. „Spätestens im nächsten Jahr“, sagt sie.

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