Großer Unmut: Seit drei Wochen ohne Telefon

Von: Holger Richter
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Seit drei Wochen ist die Telek
Seit drei Wochen ist die Telekom-Leitung von Axel Kallfelz tot. Trotz vieler Versuche konnte ihm bislang niemand weiterhelfen. Nun versucht die Telekom, den Schaden bis zum Wochenende zu beheben. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Kein Anschluss unter dieser Nummer. Kein Anschluss unter dieser Nummer. Kein Anschluss unter dieser Nummer.” Die Computerstimme wiederholt diese Ansage immer wieder - sehr zum Ärger von Axel Kallfelz.

Denn „unter dieser Nummer” sollten eigentlich der 62-jährige Aachener und seine Frau Petra Vorherr telefonisch zu erreichen sein. Das sind sie aber schon seit dem 17. Dezember nicht mehr. Und mit ihnen weitere etwa 20 Haushalte im Bereich Verlautenheide, Haaren und Würselen.

„Wir haben schon alles versucht”, beginnt Axel Kallfelz seine Leidensgeschichte. Über die Rufnummer der Störungsstelle, die er mit seinem Mobiltelefon angewählt hat, ist er schon in Call-Centern in ganz Deutschland gelandet. Allerdings erst nach gehöriger Zeit in Warteschleifen, versteht sich: „Die kürzeste Wartezeit hat 15 Minuten gedauert, die längste mehr als 50 Minuten”, erzählt er. Insgesamt summiert sich die Wartezeit inzwischen auf mehr als acht Stunden.

Schriftlich und persönlich

Das hat er der Telekom auch schon mehrfach schriftlich - per E-Mail und postalisch - sowie persönlich im T-Punkt am Holzgraben in der Innenstadt mitgeteilt. Seine Erfahrung: „Alle Mitarbeiter waren freundlich und höflich, aber helfen konnte mir keiner.” Auch drei zugesagte Technikertermine verstrichen, ohne dass ein Techniker aufgetaucht, geschweige denn die Störung behoben worden wäre. „Einmal haben wir einen ganzen Tag zu Hause auf den Techniker gewartet”, sagt er enttäuscht.

Zu allem Überfluss ist seit Beginn des Jahres auch sein Internet-Anschluss gestört, dabei braucht er diesen Zugang dringend beruflich. Außerdem wächst in der Zwischenzeit seine Handyrechnung in bisher nicht bekannte Höhen.

Sein Nachbar Reinhard Gollek, der in Verlautenheide eine Querstraße weiter wohnt, macht derzeit ähnliche Erfahrungen. Auch er muss seit dem 17. Dezember auf seinen Telefonanschluss verzichten, der Internetzugang machte nur wenige Tage später schlapp - ironischerweise nachdem sich ein Techniker der Störung angenommen hatte. Die Freundlichkeit der Telekom-Mitarbeiter, etwa im T-Punkt in Würselen, wohin er sich gewandt hatte, lobt auch Reinhard Gollek. Doch geholfen wurde auch ihm nicht. Der 67-Jährige fand lediglich heraus, dass von der Störung ausschließlich ISDN- beziehungsweise DSL-Anschlüsse betroffen seien. Seinem Nachbarn Axel Kallfelz sagte man etwas von einer „Großstörung”.

Und die soll nun endlich „bis Ende dieser Woche” behoben sein. Das kündigt jedenfalls André Hofmann von der Pressestelle der Telekom in Bonn an. Er hat sich auf Nachfrage der „Nachrichten” kundig gemacht, weshalb die Störung so lange nicht behoben werden konnte. „Wir müssen ein defektes Kabel austauschen”, sagt er. Doch so einfach, wie sich das anhöre, sei es nicht. „Denn das Kabel liegt ausgerechnet oberhalb einer Gasleitung in Hanglage und in unmittelbarer Nähe einer stark befahrenen Straße.”

Natürlich wolle die Telekom den Schaden so schnell wie möglich beheben, „aber wegen der Gasleitung müssen wir natürlich auch an die Sicherheit unserer Mitarbeiter denken”. Die entsprechenden Gespräche mit dem Betreiber der Gasleitung liefen bereits, sagt Hofmann. Hinzu komme, dass wegen der Hanglage und des derzeitigen Regenwetters der Einsatz eines Baggers nicht unproblematisch sei. „Deshalb dauert das so lange”, fasst der Telekom-Sprecher zusammen. „Für unsere Kunden ist das sicher zu lange”, räumt er ein, „dafür können wir nur uns nur entschuldigen.”

Dass die Telekom die Kunden so lange im Dunkeln tappen lies, begründet André Hofmann damit, dass sämtliche Informationen nicht immer überall verfügbar seien - etwa beim Kundenservice. Den entstandenen Unmut bei den Kunden könne er verstehen und rät, entstandene Mehrkosten beim Kundenservice der Telekom einzureichen. „Wir werden dann die Schadensersatzansprüche einzeln überprüfen”, verspricht er.

Davon wollen Alex Kallfelz und Reinhard Gollek auf jeden Fall Gebrauch machen.
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