Großer Sport mit kleinem Ball

Von: Martina Stöhr
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Hoch das Bein: Bei der Footbag
Hoch das Bein: Bei der Footbag-Europameisterschaft in Aachen war Sprungkraft gefragt. Der kleine Ball darf von den Sportlern nur unterhalb des Knies getroffen werden. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Gedankenschnell, gelenkig und mit hoher Sprungkraft: Das sind die Qualitäten, die einen guten Footbag-Spieler ausmachen. Bei dieser ungewöhnlichen Sportart geht es darum, einen kleinen Ball mit den Füßen in der Luft zu halten und so über das Netz im gegnerischen Feld zu platzieren, das er für den Gegner unerreichbar ist.

Das sieht spektakulär aus und erfordert jede Menge Körperbeherrschung.

Kunststücke mit Ball

Besonders bekannt ist dieser Sport zwar nicht, dennoch kamen jetzt 110 Spieler zur Europameisterschaft in Aachen zusammen. Neben den Disziplinen mit Netz wurden im Jakobshof vor rund 300 Zuschauern auch die besten Freestyler ermittelt. Die führten vor einer Jury allerlei Kunststücke und Tricks mit dem Ball vor: Die besten drei unter ihnen kamen aus Tschechien.

In der Sporthalle am Hander Weg in Laurensberg wurden dagegen die Einzel und Doppel am Netz ausgetragen. Dabei gelten ähnliche Regeln wie beim Beach-Volleyball. Der Ball darf allerdings nur unterhalb des Knies berührt werden, und das bringt die Spieler zu spektakulären Bewegungsabläufen.

Laut Yannik Rockel verbindet die Spieler ein ganz besonderes Lebensgefühl: Die Freude draußen zu sein und sich mit dem kleinen Ball die Zeit zu vertreiben. Yannik Rockel ist einer von den derzeit fünf Spielern des TSK Aachen. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Tretsackclub Dreiländereck Aachen. „Das dürfte ein ziemlich ungewöhnlicher Name für einen Footbag-Verein sein”, meint Rockel lächelnd.

Die Mitglieder waren jetzt für die Ausrichtung der Europameisterschaft verantwortlich. Und da es nur sehr wenige seien, sei es auch gar nicht so einfach, einen solchen Event zu stemmen, so Rockel. Nach wie vor seien neue Mitglieder schwer zu finden.

Frankreich, Polen, Tschechien und Finnland sind neben Deutschland die Länder, in denen sich am meisten tut in Sachen Footbag. Bei den Europameisterschaften schieden die Aachener jedoch früh aus.

Der aktuelle Weltmeister Florian Götze aus Frankfurt sicherte sich den Titel Europameister sowohl im Doppel (gemeinsam mit Yves Kreil) als auch im Einzel. Beim Mixed-Doppel schaffte ein Team aus Berlin hinter der Schweiz und Finnland den dritten Platz. Beim Damen-Doppel kamen Kerstin Anhuth und Pia Tantinärki auf den ersten Platz. Beim Einzel siegte Finnland.
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