Großer Bahnhof für das Friedenslicht

Von: Katrin Otrzonsek
Letzte Aktualisierung:
4652991.jpg
Sie haben das Friedenslicht aus Wein nach Aachen gebracht: Margret von Thenen, Kerstin Brand, Anna Kühnel und Gülsen von Thenen (von links). Foto: Heike Lachmann

Aachen. Es ist der dritte Advent, als vier Frauen am Aachener Hauptbahnhof ankommen. Sie waren 14 Stunden am Stück unterwegs – so lange fährt der Zug von Wien nach Aachen. Sie verlassen den Bahnhof und stehen vor Hunderten Menschen, die nur auf sie gewartet haben. Denn diese Frauen bringen das Friedenslicht nach Aachen.

In einem blauen Eimer, winddicht verschlossen, befindet sich die kleine Flamme, die einen noch viel weiteren Weg hinter sich hat. Das Licht kommt aus der Geburtsgrotte in Betlehem. Die vier Frauen gehören der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG) an. Zusammen mit der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) und dem Verband Christlicher Pfadfinder (VCP) sind sie Jahr für Jahr dafür zuständig, dass das Friedenslicht auch Aachen erreicht.

Die kleine Flamme soll als Zeichen für Frieden und Völkerverständigung dienen. In diesem Jahr lautet das Motto „Mit Frieden gewinnen alle“. Damit die Flamme alle Menschen weltweit erreicht, bringen Pfadfinder das Licht in einer Stafette in zahlreiche Länder rund um den Globus.

Anna Kühnel ist eine der vier Pfadfinderinnen, die das Licht aus Wien nach Aachen geholt hat: „Es ist eine Tradition, auf die ich mich jedes Jahr wieder freue. Es ist ein Zeichen des Friedens.“

Vor dem Bahnhofsvorplatz versammeln sich rund 400 Menschen, die gemeinsam in einem Friedensmarsch zur Kirche St. Michael in Burtscheid ziehen. Unter ihnen ist auch Bürgermeister Björn Jansen, für den diese alljährliche Aktion eine „enorme Bedeutung“ hat. „Ich verbinde das Licht mit dem Innehalten. Es ist wichtig, dass das Friedenslicht sternförmig in Aachen verteilt wird“, sagt Jansen.

„Wir suchen jedes Jahr eine andere Kirche aus, wo der Aussendungsgottesdienst stattfindet. Sie darf nur maximal eine halbe Stunde vom Bahnhof entfernt sein, damit der Friedensmarsch nicht zu anstrengend wird“, verrät Ralf Steigels, Pressesprecher der diesjährigen Friedenslichtaktion in Aachen.

Das Licht soll aber vor allem für alle Menschen zugänglich sein. „Wer sich das Licht schon jetzt abholt, wird bemerken, dass das Licht genauso wie der Frieden ein ständiges Bemühen verlangt, damit es nicht erlischt“, erklärt Steigels. In der Kirche angekommen, beginnt der traditionelle Aussendungsgottesdienst mit Anregungen von den Diözesankuraten Daniel Wenzel (DPSG) und Sabine Kock (PSG). Kock vergleicht die Bedeutung des Friedenslichts mit dem der olympischen Spiele, die auch dieses Jahr die Menschen weltweit beeindruckt und verbunden haben, Wenzel spricht vom „Fest der Versöhnung“. Während des ganzen Gottesdienstes lodert das Friedenslicht in einer großen Schale vor dem Altar.

In der ersten Reihe betet auch die CDU-Europaabgeordnete Sabine Verheyen mit. „Es ist eine tolle Veranstaltung, vor allem für junge Menschen“, sagt Verheyen, während im Hintergrund der Gesang des Chors „Pius Celebration“ vom Pius-Gymnasium ertönt.

„Das Friedenslicht ist ein wichtiges Signal, es ist ein Stück Verbundenheit. Auch wenn man es teilt, wird es mehr“, sagt Verheyen. In der Hand hält auch sie eine Kerze mit dem Friedenslicht. „Das Licht werde ich jetzt zur Arbeiterwohlfahrt nach Eilendorf bringen. Und eins werde ich bei mir im Büro aufstellen“, freut sich die Abgeordnete.

„Es ist ein Zeichen des Friedens für die ganze Welt. Es regt an, darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist“, sagt Bürgermeister Jansen. „Ich bin selber schon in Israel gewesen und war auch in der Geburtsstätte Jesu Christi. Ich bin froh, dass wir in Aachen dieses Licht haben, das in die ganze Welt geht.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert