Aachen - Großer Aufwand für die ganz kleinen Kinder

Großer Aufwand für die ganz kleinen Kinder

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
7551107.jpg
Beispiel Bergstraße: Jugenddezernentin Susanne Schwier, Baudezernentin Gisela Nacken und Georg Ulbrich vom städtischen Gebäudemanagement (von rechts) erläutern, wie die Kita für die U3-Betreuung umgebaut wird.
7551111.jpg
Beispiel Kalverbenden: In Hanglage entsteht ein Neubau, der sich in seiner Gestaltung an die Topografie des Geländes anpasst. Er soll Platz für fünf Gruppen bieten.
7551113.jpg
Beispiel Passstraße: Die alte Kita im Farwickpark genügte den baulichen Anforderungen nicht. Sie wurde abgerissen. Nun entsteht ein neues Gebäude, das den bestehenden Altbau von 1917 integriert. Foto: Harald Krömer

Aachen. Unter drei Jahren ist alles anders, davon kann Georg Ulbrich ein Lied singen. Er kümmert sich beim städtischen Gebäudemanagement darum, dass die Aachener Kindertagesstätten die baulichen Anforderungen für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren erfüllen.

„Da werden Schlafräume und Wickelräume gebraucht“, erklärt Ulbrich, selbst für Fluchtwege gelten andere Auflagen. Das Gebäudemanagement hat damit derzeit viel Arbeit. Denn die Stadt hat große Ziele. Bis zum Jahr 2017 soll der Hälfte aller Kinder unter drei Jahren ein solcher Betreuungsplatz angeboten werden. Einen Rechtsanspruch darauf haben die Eltern schon seit dem vergangenen Jahr. Das heißt allerdings nicht, dass für jedes Kind zwischen dem vollendeten ersten Lebensjahr und dem Schuleintritt ein Platz verlangt wird. „Nach einer Befragung wissen wir, dass der Bedarf bei 48 Prozent liegt“, sagt Jugenddezernentin Susanne Schwier. Und an dieser Zahl orientiert sich die Stadt eher als an den Vorgaben des Landes, das eine Versorgungsquote von 32 Prozent verlangt. „Wir wollen die 50 Prozent“, betont Schwier. Um sie zu erreichen, müssten noch 500 Plätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden.

„Ein harter Brocken“

Wie das umzusetzen ist, beschäftigt das städtische Gebäudemanagement schon eine ganze Weile. Zunächst haben Ulbrich und seine Kollegen mal genau nachgeschaut, was geht. Bei bestehenden Einrichtungen wurde nach Erweiterungsmöglichkeiten gesucht. Auch bei städtischen Grundstücken suchten die Planer nach Möglichkeiten. Herausgekommen ist ein Kita-Ausbauprogramm mit einem Volumen von 20 Millionen Euro. „Das ist ein harter Brocken“, sagt Baudezernentin Gisela Nacken. Auf der Liste der 21 Vorhaben, die zwischen 2012 und 2016 abgearbeitet werden sollen, stehen Neubauten ebenso wie größere Erweiterungen und kleinere Umbauten.

So wird etwa die Kita an der Bergstraße mit einem zweigeschossigen Anbau erweitert. Das schafftPlatz, um die dreigruppige Einrichtung um zwei U3-Gruppen mit 20 Plätzen zu erweitern. Außerdem wird die bestehende Treppe um einen Plattformlift ergänzt. „Bei allen Baumaßnahmen planen wir die Inklusion mit ein“, erklärt Jugenddezernentin Schwier. Und so müssten alle Kinder – auch die mit Behinderungen – sämtliche Räume erreichen können. Zwar gelinge es gerade bei älteren Gebäuden nicht immer, eine echte Barrierefreiheit zu erreichen, aber die Planer haben die Belange von Menschen mit Behinderung durchaus im Blick. Im Sommer nächsten Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, wobei archäologische Funde den Zeitplan schon etwas gestört haben. „Die Archäologen freuen sich ja immer“, sagt Klaus Schavan. Der Technische Leiter des Gebäudemanagements nimmt es aber sportlich: „Wir sehen das als Herausforderung an.“

Integrative Plätze

An der Passstraße hingegen wird neu gebaut. Die Gebäude im Farwickpark, in denen zuvor zwei Kita-Gruppen und eine Montessori-Gruppe untergebracht waren, erfüllten weder qualitativ noch quantitaiv die Anforderungen. Erhalten bleibt nur eine alte „Milchstube“ aus dem Jahr 1917, um sie herum entsteht eine neue Kita mit Platz für fünf Gruppen. Geschaffen werden so bis zu 20 neue U3-Plätze. Dabei sind auch integrative Plätze für Kinder unter und über drei Jahren.

Eine nagelneue Kita entsteht an Kalverbenden. Der zweigeschossige Bau schmiegt sich an die Höhenlinien des Hanggeländes an und macht es möglich, dass die Räume für die fünf Gruppen alle einen direkten Zugang zum Außenspielbereich haben – die einen können unten raus, die anderen kommen über eine Rampe in den oberen Teil des Außenbereichs.

Der Bau wird mit einem 35 Zentimeter dicken Mantel aus Dämmmaterial eingepackt, um Energie zu sparen. Man achte auf den „Aachener Standard“, erklärt Baudezernentin Nacken. Der entspreche annähernd dem Niveau eines Passivhauses, lasse sich aber – gerade bei Altbauten – nicht überall umsetzen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert