Aachen - Großeinsatz: Festnahme in der Nähe des Justizzentrums

Großeinsatz: Festnahme in der Nähe des Justizzentrums

Von: Heiner Hautermans
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Mit großem Aufgebot nahm die Polizei zahlreiche Kontrollen vor, hier an der Vaalser Straße. 220 Beamte hielten bis 16 Uhr mehr als 100 Fahrzeuge an, auch Wohnungen wurden durchsucht. Foto: Ralf Roeger
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Dieser 27-Jährige konnte zunächst keine Papiere vorweisen, deswegen wurde er auf dem Adalbertsteinweg abgeführt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. 6.30 Uhr, Adalbertsteinweg, Höhe Josefskirche. Auffällig viele unauffällige Männer und Frauen in Zivilkleidung bevölkern den Bürgersteig. Im Bereich zwischen Justizzentrum und Bushaltestelle sollen im Rahmen der landesweiten Schwerpunktaktion „Riegel vor“ zwei Wohnungen gefilzt werden. Die Fahnder erhoffen sich in beiden Fällen Aufschlüsse und Hinweise auf Personen, die dem weiten Feld der Langfinger zuzuordnen sind.

Bei einem Strafverfahren vor dem nahe gelegenen Landgericht ist man auf die Wohnungen aufmerksam geworden. Sie befinden sich über Gaststätten. Der Schlüsseldienst öffnet erst die Haus- und dann die Wohnungstüre. Sechs Menschen befinden sich in der Wohnung, alles Osteuropäer und einschlägig bekannt. Unter ihnen ein 14-Jähriger, der seit einem Jahr in Aachen lebt und in dieser Zeit 20 Mal in Wohnungen eingebrochen ist. Ein Beamter: „Der ist mit 13 Jahren zum Klauen hierher gekommen.“ Inzwischen ist er 14 und strafmündig, aber gegen ihn liegt diesmal nichts Konkretes vor, die Durchsuchung fördert auch keinerlei Diebesgut zutage. Der Tross zieht weiter.

Erfolgreicher sind die Ermittler im nächsten Objekt, unmittelbar am Justizzentrum. Dort wird ein 27-jähriger Südosteuropäer festgenommen und in Handfesseln abgeführt. Zunächst sieht es so aus, dass er nur gegen das Aufenthaltsrecht verstoßen hat. Die Abnahme der Fingerabdrücke ergibt eine Überraschung: Die finden sich nämlich auch bei einem Einbruch im April letzten Jahres bei einem Einbruch in ein Haus am Soerser Weg – Volltreffer. Gegen den Mann ergeht Haftbefehl wegen des Verdachts des Wohnungseinbruchs.

Zwei weitere Männer wandern ebenfalls ins Gewahrsam: In Eschweiler wird ein 37-Jähriger festgenommen, der wegen 15 Diebstahldelikten gesucht wird, darunter drei Wohnungseinbrüche. In seinem Keller wurde Diebesgut, darunter Handys und Phonogeräte entdeckt, die nun Straftaten zugeordnet werden sollen. Auf der Eupener Straße geht ein 38-Jähriger ins Netz, der wegen Verkehrs- und Drogendelikten gesucht wird. An dieser Kontrollstelle missachtet auch ein 64-Jähriger die Anhaltezeichen, er kann nach einer kurzen Verfolgung aber gestellt werden. Nach dem Anhalten erschließt sich der Grund für das Durchbrettern: Der Mann hat seit Jahren keinen Führerschein mehr.

Aachen Einfallstor

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt seit Jahren an, 2011 wurden den Ordnungshütern genau 2062 Fälle gemeldet. Obwohl eine eigene „Ermittlungskommission Flex“ eingerichtet wurde, wurden nur 315 davon aufgeklärt. An beiden Zahlen wollen die Beamten etwas ändern.

Viele Taten werden von reisenden Banden begangen, wissen die Beamten. Ziel der gestrigen Aktion war es deshalb, Personen und Fahrzeuge zu identifizieren, Bewegungsprofile zu erstellen oder Beweismittel sicherzustellen.

Da Aachen durch die Grenzlage als Einfallstor für Diebesbanden gilt, wurden feste Kontrollstellen bewusst in der Grenznähe zu den Niederlanden und Belgien eingerichtet. Wonach wird entschieden, wer angehalten wird und einen Blick in den Koffer- oder Laderaum gewähren muss? Polizeikommissar Sebastian Schulte an der Vaalser Straße kennt seine Pappenheimer. Das Kennzeichen spielt eine Rolle, der Fahrzeugtyp, eine kurze Musterung der Insassen. Durch die Erkenntnisse und Analysen habe man Anhaltspunkte, erläutert sein Chef Frank Hoever später, und da schaue man, ob die Ankommenden in das Schema hineinpassten.

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