Aachen - Großeinsatz der Bundespolizei

Großeinsatz der Bundespolizei

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der 25-jährige Somalier wird nicht schlecht gestaunt haben, als er Donnerstagmorgen zu einem vereinbarten Termin im Ausländeramt der Städteregion erschien.

Denn in der Behörde in der Hackländerstraße (nahe dem Hauptbahnhof) sollte ursprünglich lediglich über seine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, die er aus humanitären Gründen besitzt, geredet werden. Doch außer seinem Sachbearbeiter warteten rund 50 Beamte der Bundespolizei auf ihn, die ihn mit einem Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Osnabrück festnahmen.

Denn der 25-Jährige gilt als Haupttäter einer Gruppierung von kriminellen Schleusern, die zum einen europaweit Somalis über die Niederlande und die Bundesrepublik in skandinavische Staaten geschleust und zum anderen im großen Stil mit der Kaudroge Kath gehandelt haben soll. „Der 25-Jährige leistete bei seiner Festnahme keinen Widerstand”, berichtet der Leiter der zuständigen Dienststelle Kriminalitätsbekämpfung der Bundespolizei in Hamburg, Helgo Martens. Natürlich sei der Mann über die Tatvorwürfe informiert worden, „aber ich glaube, ihm ist noch gar nicht bewusst, was da alles auf ihn zukommt”.

Und das ist eine Menge. Denn nach den bisherigen Erkenntnissen der Bundespolizei nutzte der Mann für die Begehung der vorgeworfenen Straftaten weltweite Kontakte. Die Schleusungen seien straff organisiert gewesen, schleusungswillige Personen hätten in Somalia oder Kenia bis zu 8000 US-Dollar an die Organisation zahlen müssen, teilt die Bundespolizei weiter mit.

„Daran sieht man, dass es sich hier keinesfalls um Flüchtlingshilfe gehandelt hat”, sagt Heldo Martens. Diesen Preis könnten sich in Somalia ohnehin nur Besserverdienende leisten. „Der Beschuldigte hat mit Menschen gehandelt wie mit einer Ware”, ist der leitende Bundespolizist überzeugt. Der Tätergruppe werden drei Großschleusungen mit insgesamt 20 Personen zur Last gelegt. Hinzu komme der weltweite Handel mit der Droge Kath, die er in ganz Europa und Nordamerika vornehmlich an Landsleute verkauft habe, zählt Martens auf.

Von den Niederlanden aus

Nachdem im November 2011 ein Mittäter des Hauptbeschuldigten im niedersächsischen Bad Bentheim festgenommen worden war, habe der 25-jährige sehr vorsichtig, hauptsächlich von den Niederlanden aus, operiert. Helgo Martens lobte in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden. Im Zuge dieser internationalen Ermittlungen habe man auch von dem Termin am Donnerstag im Aachener Ausländeramt erfahren, „und diesen Termin haben wir genutzt”, erklärt Martens. Dem Festgenommenen droht nun eine mehrjährige Haftstrafe wegen banden- und gewerbsmäßiger Schleusung sowie wegen Drogenhandels.
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