Aachen - Große Probleme im Obdachlosenheim Aretzstraße

Große Probleme im Obdachlosenheim Aretzstraße

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Das Sozialamt will die Probleme im Obdachlosenheim Aretzstraße mit baulichen Veränderungen lösen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Anwohner und Hausbesitzer in der Aretzstraße, die zwischen den Einmündungen Scheibenstraße und Hein-Janssen-Straße wohnen, führen verstärkt Klage über tagtägliche Unzumutbarkeiten, die in jüngster Zeit regelmäßig von Bewohnern des dortigen Übergangsheimes ausgehen sollen - in der Krise spitzen sich soziale Probleme besonders zu.

Bereits vor etwas mehr als zwei Monaten beklagte sich der Besitzer des Nebenhauses beim Sozialamt der Stadt, welches das Wohnheim betreut, über zerborstene Flaschen, auf die Straße beförderte Essensreste und über randalierende und meist betrunkene und drogenabhängige Bewohner des Heimes. Unhaltbar, weil auch zwei Schulen und eine Offene Türe ganz in der Nähe seien.

Nach durchzechten Nächten würden regelmäßig Schnapsflaschen nicht nur auf die Straße, sondern ebenso ungebremst auf die Dächer der dahinter liegenden Gebäude fliegen.

Die Mieter drohten bereits Mietminderung an und wollten eventuell wieder ausziehen, klagt der Hausbesitzer. Ihm gehöre das Gebäude seit 2004 und es sei seitdem immer schlimmer geworden.

Die Sache könne man so nicht belassen, sagte Günter Schabram und schickte direkt Personal an Ort und Stelle. Inzwischen habe man Maßnahmen veranlasst, die derlei Auswüchse in Zukunft verhindern oder zumindest abmildern sollen, sagte Schabram auf Anfrage der „Nachrichten”.

Eines müsse man jedoch verstehen, meinte er. Es sei bekanntermaßen eine schwierige Klientel, die dort zu betreuen sei. Das Obdachlosenheim in der Aretzstraße bestehe immerhin seit mehr als 30 Jahren.

Es handele sich letztlich um vier Personen, die einschlägig bekannt seien, so Schabram weiter. Gemeinsam mit dem für das Wohnheim zuständigen Sozialarbeiterteam und den Hausverwaltern, insgesamt sind es drei, habe man sich auf bauliche Maßnahmen geeinigt, die beispielsweise das Flaschenwerfen aus den Fenstern künftig verhindern sollen.

Abgestimmte Lösungen

„Sie müssen verstehen, wir können nicht einfach die Fenster vergittern oder zumauern”, warb Schabram um Verständnis. Es gebe aber Lösungen, die auch mit der Feuerwehr abgestimmt würden.

Mit den Nachbarn, unter ihnen der Klage führende Hausbesitzer, werde man baldmöglichst einen Ortstermin ausmachen. Der Hausbesitzer bestätigte, das man noch nachmittags mit ihm Kontakt aufgenommen habe.

Der Bereich Talstraße/Aretzstraße war jüngst desöfteren in den Schlagzeilen. Ein psychisch Kranker hatte über mehr als zwei Wochen mit Drohungen die OT Talstraße lahmgelegt.

Erst vor Monaten gab es im Flur des besagten Wohnheims eine Messerstecherei, die Polizei musste eingreifen und der Notarzt vorfahren.
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