Große Kunst an der Grundschule am Lousberg

Von: Christiane Krahl
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Ein Drachen aus Holzplatten: Über das Werk der Grundschüler freuen sich Projektleiterin Susanne Jägersberg und Bürgermeisterin Dr. Margarete Schmeer (hinten, von links). Foto: Heike Lachmann

Aachen. Anna schiebt Dreiecke und Quadrate aus Pappe hin und her. „Die Formen finde ich sehr schön“, sagt die Zehnjährige. Schnell hat sie aus dem Puzzle aus Papp-Platten einen geometrischen Drachen gezaubert. Ein zwei Quadratmeter großes Abbild des Fabeltiers ist neben der Eingangstür der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule am Lousberg zu finden.

Die Wandinstallation besteht aus acht wasserfesten Holzfaserplatten, die sich jeweils um 360 Grad drehen lassen. Im Nu verwandeln die Grundschüler ihren Drachen auf diese Weise während seiner offiziellen Einweihungsfeier in eine Fantasieform und wieder zurück.

Da können die geladenen Erwachsenen, unter ihnen auch Dr. Adam C. Oellers, stellvertretender Museumsdirektor der städtischen Museen in Aachen, nur staunen. „Kunst und Spielen, das passt gut zusammen“, erklärt er in seiner Eröffnungsrede. Außerdem könnten sich die Schüler durch ihr Kunstwerk mit der Schule identifizieren und einen neuen Zugang zur Kunst finden, so Oellers.

Die Grundschüler aus dem dritten und vierten Jahrgang haben ihren Drachen zusammen mit der Aachener Künstlerin Susanne Jägersberg im Projekt „Kultur und Schule“, einem Förderprogramm des Landes NRW, entworfen und geplant. „Ein halbes Jahr haben wir dafür gebraucht“, berichtet Marvin (10). Er hat beim Formen der schweren schwarzen Holzplatte, auf der der Drache angebracht ist, geholfen.

Geometrische Figuren

Jeden Mittwoch in der fünften und sechsten Stunde tüftelten die rund 15 Grundschüler zum Projektthema „Kinetik und optische Täuschungen“ mit den Elementen des chinesischen Tangram-Spiels und lernten dabei jede Menge über geometrische Figuren und ihre Darstellungsformen. Das Projekt mit den Kindern empfindet Susanne Jägersberg als pure Lebensfreude. „Ich lerne als Künstlerin, Vorgaben für ein Werk aus der Hand zu geben und die Ideen der Kinder in den Vordergrund zu stellen“, sagt Jägersberg.

Auf das Thema Kinetik ist sie durch ihren Vater Franz Buchholz gestoßen, der sich als langjähriger Mitarbeiter der RWTH seit über 40 Jahren mit diesem Thema künstlerisch auseinandersetzt. Der Kontakt zur Schule entstand nach der Grundschulzeit ihres Sohnes, der selbst Schüler an der Grundschule am Lousberg war.

Neben der Dracheninstallation haben die Schüler außerdem mit Vexierbildern experimentiert. Die mehrdeutigen Bilder zeigen je nach Blickwinkel zwei verschiedene Motive. „Man sieht bei diesen Bildern entweder zwei Gesichter im Profil oder eine Schachfigur“, erklärt Fachmann Adam C. Oellers die schwarz-weißen Bilder an der Flurwand zur Schulaula. Die Schüler hatten sich dazu zunächst gegenseitig im Profil fotografiert, die Bilder gespiegelt und danach in Schattentechnik auf die Wand gezeichnet.

Schulleiterin Britta Slupina-Kasties ist zufrieden mit dem Erfolg des Kunstprojektes, das durch das Land NRW, die Stadt Aachen und den Förderverein der Schule finanzierte wurde. Sie und ihr Kollegium überlegen deshalb, auch im kommenden Schuljahr ein ähnliches Projekt anzubieten.

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