Aachen - Großbaustelle „Aquis Plaza“: Riesenprojekt erfordert zweite Zufahrt

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Großbaustelle „Aquis Plaza“: Riesenprojekt erfordert zweite Zufahrt

Von: Heiner Hautermans
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Die versprochene Reifenwaschanlage ist inzwischen an der Ausfahrt Kaiserplatz aufgestellt, ihre Wirkung bleibt jedoch zum Leidwesen der Anwohner eher bescheiden. Foto: Ralf Roeger
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Ende Oktober wird an dieser Stelle der Harscampstraße eine zweite Zufahrt für die Baustelle „Aquis Plaza“ eingerichtet.

Aachen. „Das was heute an Belastung da ist, wird nicht weniger werden, wenn man ein so großes Projekt wuppen muss“, leitete Dezernentin Gisela Nacken am Donnerstag ein Pressegespräch über die größte private Baumaßnahme Aachens ein. Im Gegenteil, es kommt noch dicker: Zur Verwirklichung der 290-Millionen-Projektes „Aquis Plaza“ wird, neben der Ausfahrt an der Stiftsumfahrt bei St. Adalbert, eine zweite Zufahrt benötigt, und zwar an der Harscampstraße.

Von dort aus wird der Baustellenverkehr durch das Suermondtviertel auf die Theaterstraße geführt und bis zur Eröffnung im Frühjahr 2016 die Anwohner belasten.

Das ist auch schon technisch nicht anders möglich, weil eine Durchfahrt das ganze, 17 000 Quadratmeter große Bauareal wegen einer Dichtmauer nicht möglich ist, erläuterte Bernhard Lutterbeck von der Ingenieurgruppe IVV.

In beengten Verhältnissen müssen sich die Bauleute vor allem bewegen, weil es die Stadt zur Auflage gemacht hat, die untere Adalbertstraße für Fußgänger offenzuhalten. Deshalb wird die Baustelle auch von innen nach außen entwickelt.

Sattelschlepper fahren über eine 40 Meter lange Rampe, die eigens angelegt wird, in die Mitte und werden dort entladen, wenn die riesige Grube einmal vollständig ausgebaggert ist.

Diese Ausschachtung wird sich noch bis Ende März 2014 hinziehen, dann beginnt die Rohbauphase, die bis Ende nächsten Jahres andauert, die Einrichtung wird sich dann bis zur Eröffnung der ehemaligen Kaiserplatz-Galerie hinziehen.

Damm am Aachener Kreuz

Das betrifft dann eben nicht nur die Anwohner am Kaiserplatz, sondern auch die im Suermondtviertel. Für die zweite Ausfahrt habe man drei Varianten überprüft: über Wespienstraße und Beeckstraße, über den Willy-Brandt-Platz und über Harscampstraße, Suermondtplatz, Wespienstraße, Borngasse, Theaterstraße und Wilhelmstraße.

Entschieden habe man sich für letztere Variante, weil es dort die wenigsten Anwohner gebe und ansonsten auch Schulen betroffen gewesen wären. Nacken: „Von schwierigen Lösungen haben wird die beste genommen.“ Gebracht wird der Aushub zur Großbaustelle Aachener Kreuz, wo ein Damm aufgeschüttet wird.

Auch auf dieser Route über mehr oder minder enge Straßen wird es also zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen.

Insgesamt 57 Parkplätze an den Rändern werden entfallen, Ecken etwa am Suermondtplatz müssen abgeflacht werden, damit Sattelschleppen die Kurve kratzen können, Ampelphasen (Linksabbieger in Theaterstraße und Wilhelmstraße) werden verlängert, um besseres Abfließen zu ermöglichen, Fußgängerüberwege werden vorübergehend aufgehoben.

196 Wohneinheiten befinden sich im Zufahrtsbereich, weiß Projektmanager Henning Zimmermann vom Bauherrrn ECE. Mit den Bewohnern werde man sich zusammensetzen, um über Kompensationsregelungen zu sprechen, etwa günstige Tarife in Parkhäusern. In einigen Wochen soll eine weitere Informationsveranstaltungen stattfinden, die mit der Stadt terminiert werde: „Uns ist bewusst, dass es eine sehr hohe Belastung für die Anwohner ist.“

Bis März werden Lärm und Dreck enorm sein. Nacken: „Die Aushubphase ist die schlimmste.“ 40 Sattelschlepper werden dann täglich durch das Suermondtviertel fahren, hin und zurück, später in der Rohbauphase sinkt die Zahl auf zehn bis 15 – rund 20 Prozent des Gesamtverkehrs.

Diese Großlaster fahren auch über die Wilhelmstraße, in der jetzt schon regelmäßig die Feinstaubwerte überschritten werden. Das Problem sei bekannt und mit den zuständigen Behörden und Ministerien besprochen worden, teilte Beigeordnete Nacken mit.

Das dort geltende Lkw-Fahrverbot in Richtung Normaluhr werde wegen der besonderen Situation vorübergehend aufgehoben und eine Art Ausnahmegenehmigung geschaffen.

Aufgestellt werden soll an der Ausfahrt auch eine Reifenwaschanlage für die Laster. In der Stiftsumfahrung zeigt sich aber, dass ihre Wirkung eher begrenzt ist: Die Lehmspuren ziehen sich bis weit in den Adalbertsteinweg hinein.

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