Aachen - „Grenzinfopunkt Aachen-Eurode“ offiziell eröffnet

„Grenzinfopunkt Aachen-Eurode“ offiziell eröffnet

Von: Werner Czempas
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Großer Bahnhof: Der Grenzinfopunkt ist jetzt offiziell eröffnet. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Regierungspräsidentin Gisela Walsken sprach von einem „historischen Tag“. In der Tat war es ein wichtiges Ereignis für die niederländisch-belgisch-deutsche Grenzregion, als im rundum so wunderbar sanierten Trakt des Verwaltungsgebäudes Katschhof der „Grenzinfopunkt Aachen-Eurode“ in einer Feierstunde offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde.

Nicht zuletzt die hohe Zahl der in- und ausländischen Festgäste unterstrich die Bedeutung des Tages weit über die Euregio Maas-Rhein hinaus.

Der Infopunkt wendet sich in erster Linie an alle Grenzgänger. An die, die es schon sind oder die es werden wollen. An die, die in eins der Nachbarländer umziehen wollen oder dort arbeiten wollen. Vom Kindergeld und Elterngeld über die freie Arztwahl, die Autoversicherung, die Steuerpflicht bis hin zu Familienleistungen und zur Rente und Pension türmen sich dabei tausend und mehr Fragen. Der Grenzinfopunkt berät und hilft weiter. Kostenlos.

Alle Festredner betonten das grenzüberschreitende Miteinander und die Gemeinsamkeit. Von elf kommunalem Partnern im Dreiländereck wird das Projekt getragen. Oberbürgmeister Marcel Philipp mochte als Hausherr seinen Stolz nicht verbergen, dass das Büro im Zentrum Aachens seinen Sitz in dem architektonisch ansprechenden Haus gefunden hat. Aachen sei „nicht nur eine normale deutsche Stadt“, sondern liege „im Herzen einer großen europäischen Region“. Der Infopunkt wolle die Menschen beraten, „damit sie die Vorteile der Region nutzen können“. Die Beratung müsse nachhaltig wirken und zeigen, dass sie „zum normalen Teil der Arbeit“ gehöre. „Wir sind für alle offen, wir wollen die Kooperation in der Region stärken“, schloss Philipp.

Der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Karl Heinz Lambertz, mahnte, der Grenzinfopunkt dürfe keine vorübergehende sein, sondern müsse ständige Aufgabe bleiben. Er sei sich sicher, dass seine Arbeit nicht weniger, sondern mehr werde. In einem kurzen historischen Rückblick von der anfänglichen europäischen Euphorie und dem Fallen der Grenzen vor Jahrzehnten sei heute allerdings festzustellen, dass das Zusammenwachsen Europas „weiter eine schwierige Angelegenheit“ bleibe. Unterschiede würden auch in Zukunft eine große Rolle spielen. An den Problemen müsse noch viel gearbeitet werden. Lambertz wörtlich: „Dabei muss es Treiber, Kümmerer geben, Leute, die anderen in den Hintern treten, damit es vorangeht.“ Er jedenfalls werde das intensiv tun. Der Grenzinfopunkt sei ein „sichtbares Zeichen“ dafür, die konkreten Probleme der Menschen anzupacken und zu lösen. „Niemand wird alleingelassen“, so Lambertz.

Als „eine Art trojanisches Pferd“ bezeichnete scherzhaft der Vaalser Beigeordnete Jean Paul Kompier das Grenzbüro. Weil: „Es ist die erste offizielle Zweigstelle der Gemeinde Vaals im Ausland.“ Der Infopunkt müsse bei den Bürgern das „Bewusstsein für die Chancen jenseits der Grenzen“ fördern. Er müsse auch zeigen, „dass wir zusammenhalten und voneinander lernen wollen“. Kompier: „Wir sind noch lange nicht am Ziel.“ Der Beigeordnete riet, die Anlaufstelle für Grenzgänger möge nicht nur informiere, sondern auch möglichst viele grenzüberschreitende Veranstaltungen organisieren.

„Hier lässt sich arbeiten“, rühmte Regierungspräsidentin Gisela Walsken die neue Unterkunft des Grenzinfopunktes, der bislang am alten Sitz des Regierungspräsidenten in der Theaterstraße residiert hatte. Seine Aufgabe und Ziel sei es, Missstände und Probleme in der Grenzregion für die Menschen „erträglicher zu machen“. Es gehe darum, durch harte Arbeit und mit Geduld gesetzliche Barrieren zu überwinden, um die Euregio Maas-Rhein erlebbar zu machen. Sie blicke optimistisch in die Zukunft: „Das Projekt hier in Aachen hat einen Vorbild-Charakter für alle anderen Grenzregionen in Europa.“

Der „Grenzinfopunkt Aachen-Eurode“ im Verwaltungsgebäude Katschhof ist über die Johannes-Paul-II.-Straße 1 zugänglich. Die Büros liegen über dem Bürgerservice im Erdgeschoss. Ein weiterer Grenzinfopunkt arbeitet bereits im Eurode Business-Center in Herzogenrath.

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